Zahnwechsel beim Hund: Welche Probleme können auftreten?

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Zahnwechsel bei Hunden

Unsere geliebten Vierbeiner haben im zarten Welpenalter zuerst sehr kleine und spitze Milchzähne. Diese werden dann von dem bleibenden Hundegebiss abgelöst.

Der Zahnwechsel beim Hund verläuft meistens problemlos, allerdings kann es in manchen Fällen zu Komplikationen kommen, weswegen es wichtig ist, potenzielle Probleme rechtzeitig zu entdecken. Wie Du Deinen Hund in dieser doch schmerzlichen Phase unterstützen und seine Zähne kontrollieren kannst, erfährst Du in diesem Beitrag.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Zahnwechsel beginnt meistens ab der 16. Lebenswoche Deines Hundes
  • Das Milchgebiss besteht aus 28 Zähnen, während das dauerhafte Hundegebiss sogar 42 Zähne hat
  • Während der Zahnung sollten Zerr- und Apportierspiele vermieden werden
  • Stelle Deinem Hund Kauartikel und Spielzeug für Welpen zur Verfügung, damit er immer was zum Knabbern hat
  • Kontrolliere das Gebiss Deines Hundes regelmäßig, um spätere Fehlstellungen der Zähne zu vermeiden
Laufender Welpe auf Wiese

Der Zahnwechsel ist generell keine angenehme Phase, allerdings kannst Du trotzdem Deinem Hund beiseite stehen.

Wie sieht das Milchgebiss meines Hundes aus?

Hunde kommen, wie auch alle andere Säugetiere, zahnlos auf die Welt. In der ungefähr dritten Lebenswoche, öffnen die Welpen ihre Augen und Ohren, während auch ihre Milchzähne anfangen zu wachsen.

Kurz und knapp: Das Milchgebiss enthält zwei Fangzähne, sechs Backenzähne und sechs Schneidezähne auf dem Ober- und Unterkiefer. Wenn diese komplett herausgewachsen sind, ist es Zeit, die Welpen von der Muttermilch abzugewöhnen und ihnen feste Nahrung zu geben.

Welpen behalten ihr Milchgebiss bis zur sechzehnten Lebenswoche, beziehungsweise bis zum dritten Lebensmonat. Dann werden diese langsam von dem bleibenden Hundegebiss abgelöst, was bis zu drei Monate dauern kann. Der genaue Zeitraum hängt von mehreren Faktoren ab und kann nicht klar definiert werden, allerdings gilt immer: je größer die Hunderasse, desto früher findet der Zahnwechsel statt.

Wie merke ich, dass mein Hund zahnt?

Das Zahnen fällt bei Hunden oft nicht sofort auf, da diese oft Milchzähne verschlucken oder draußen verlieren. Findest Du allerdings doch einen Milchzahn im Haus, kannst Du diesen als Andenken aufbewahren.

Das typischste Merkmal, an dem Du feststellen kannst, dass Dein Hund zahnt, ist sein Verhalten. Zahnende Hunde beginnen an fast allem zu nagen, vor allem Tischbeine und Schuhe können sich nur schwer vor ihnen retten. Dies tun Welpen, um den begleitenden Juckreiz am Zahnfleisch zu stillen. Oft kommt es auch vor, dass sie immer an derselben Stelle ihres Gebisses lecken. So versuchen Hunde, lockere Milchzähne loszuwerden.

Wenn Milchzähne nach gründlichem Kauen und Lecken dann doch herausfallen, verursacht das oft leichte Blutungen des Zahnfleischs. All diese Symptome sind komplett normal und kein Grund zur Sorge.

Was muss ich beim Zahnwechsel meines Hundes beachten?

Wenn Dein Hund zahnt, solltest Du unbedingt sein Gebiss regelmäßig überprüfen, um sicherzustellen, dass alles in Ordnung ist. So kannst Du Deinen Hund auch gleichzeitig an die Kontrolle seiner Zähne gewöhnen – je früher Du damit beginnst, desto leichter wird es Dein Hund akzeptieren. Dies ist für die zukünftige Zahnpflege und Tierarztbesuche besonders wichtig.

Entdeckst Du im Maul Deines Hundes Entzündungen oder ein unkorrektes Durchbrechen der Zähne, dann suche sofort den Tierarzt auf. Allerdings sind nicht alle besorgniserregende Anzeichen so leicht festzustellen. Achte besonders aufmerksam auf das Verhalten Deines Hundes – ein unruhiger Schlaf, das Ablehnen von Fressen oder ein ungewohnt unruhiges Verhalten können Hinweise auf Komplikationen des Zahnwechsels sein.

Hund mit vielen verschiedenen Kauspielzeugen

Mit speziellem Kauspielzeug kann Dein Hund den Juckreiz des Zahnfleisches lindern, ohne unnötige Risiken einzugehen.

Welche Probleme können beim Zahnwechsel auftreten?

Durch eine regelmäßige Gebisskontrolle kannst Du Probleme rechtzeitig erkennen und bekämpfen.

Eine Komplikation, die des Öfteren vorkommt, ist ein Milchzahn, der einfach nicht herausfallen möchte. Die bleibenden Zähne brechen allerdings trotzdem durch und verursachen Schmerzen. Sollte ein solcher Zustand unbeachtet bleiben, kann es zu Fehlstellungen der bleibenden Zähne kommen. Der Milchzahn bleibt dann fest im Gebiss und der bleibende Zahn wächst neben ihm.

Auch abgebrochene oder gesplitterte Milchzähne können für die Gesundheit Deines Vierbeiners gefährlich werden. Eine beschädigte Zahnkrone legt die Nerven frei, was Schmerzen, Infektionen, Blutungen, sowie Maulgeruch verursachen kann. Solche Infektionen können durch den Blutkreislauf an andere Organe gelingen und ernstzunehmende Schäden verursachen.

Schwellungen oder häufige und starke Blutungen des Zahnfleischs sind auch Anzeichen für schmerzliche Zahnerkrankungen. In diesem Fall kann es auch sein, dass Dein Hund sich übertrieben am Maul kratzt, um auf seine Schmerzen aufmerksam zu machen. Unternimm in diesen Fällen etwas, denn bei einer lang bestehender Zahnfleischerkrankung können Deinem Hund sogar die bleibenden Zähne herausfallen.

Hinzu kommen Antriebslosigkeit, Unruhezustände und Schlafstörungen, die alle Symptome sind, die durch starker Schmerzen hervorgerufen werden. Außerdem könnte es auch zu Fieber oder Durchfall, sowie Gewichtsverlust oder Bauchschmerzen kommen.

Hast Du das ein oder andere Symptom auch an Deinem Vierbeiner bemerkt, dann solltet Ihr zwei dem Tierarzt so schnell wie möglich einen Besuch abstatten.

Achtung: Zahnprobleme sollten so schnell wie möglich erkannt und behandelt werden, um gefährliche spätere Schäden zu vermeiden.

Wie kann ich meinem Hund den Zahnwechsel erleichtern?

Der Zahnwechsel ist für Hunde eine ziemlich unangenehme Phase. Trotzdem kannst Du Deinem Vierbeine zur Seite stehen und sie ein wenig erleichtern.

Zerrspiele sollten während des Zahnwechsels vermieden werden, sowie jegliches Apportieren. Es könnte nämlich zu Schmerzen kommen, oder Du könntest Deinem Hund sogar gewaltsam die lockeren Zähne abbrechen oder einreißen. Hinzu kommt die Tatsache, dass die Kiefer noch nicht fest verankert ist und es möglicherweise zu Fehlstellungen kommt, wenn Du nicht aufpasst. Greif deshalb besser zum Kauspielzeug, wie zum Beispiel dem Kong, Zahnpflege-Bällen, Knochen oder Rinderohren. So hilfst Du Deinem Hund, den Juckreiz des Zahnfleisches zu lindern und schützt zugleich sein Gebiss.

In dieser Phase sinkt auch oft der Appetit des Hundes, da das Trockenfutter plötzlich viel härter scheint und schwerer zu kauen ist. Überbrücke diese Zeit vielleicht mit Nassfutter, oder lass das Trockenfutter in lauwarmen Wasser einweichen. Spezielle Welpenfutter sind perfekt nicht nur wegen ihrer Weichheit, sondern auch wegen der richtigen Menge an Calcium im Futter, welches Dein Hund in dieser Zeit besonders benötigt. Solltest Du Deinem Hund Calcium separat ins Futter mischen, dann achte auf das Calcium-Phosphor-Verhältnis! Am besten wäre, wenn Du Dich mit dem Tierarzt konsultierst und Ihr gemeinsam einen Futterplan erstellt.

Lass Deinen Hund in dieser Zeit nie unbeaufsichtigt! Es könnte kleine Dinge, wie zum Beispiel Socken, Kabel oder andere Kleinteile anknabbern und verschlucken. Gib ihm reichliche Alternativen, an denen er problemlos kauen kann, und lass ihn nicht aus den Augen.

Zu guter Letzt, kontrolliere regelmäßig das Gebiss Deines Hundes selbst und gehe sofort zum Tierarzt, wenn Du etwas Unkorrektes feststellst. So stellst Du sicher, dass Dein Hund nicht unnötig unter Schmerzen leidet und später ein perfektes Gebiss haben wird.

Achtung: Gib Deinem Hund niemals Mittel, die für Menschen während des Zahnwechsels geeignet sind. Diese enthalten Xylit, was auch in geringen Mengen hochgiftig für Hunde ist und innerhalb weniger Minuten zum Tod führt (oder bestenfalls zu chronischen Leberschäden).

Was ist nach dem Zahnwechsel meines Hundes zu tun?

Sind die bleibenden Zähne ganz herausgewachsen, solltest Du und Dein Hund mit ihnen sehr behutsam umgehen. Die Zähne sind in den ersten Monaten nämlich nicht so stabil, wie sie es später werden, und können unter zu großer Belastung brechen.

Das wichtigste ist eine gute und regelmäßige Zahnpflege!

Da Hunde keinen natürlichen Drang haben, die Futterreste von den Zähnen mit der Zunge zu entfernen, musst Du nachhelfen. Ein hochwertiges Trockenfutter animiert Deinen Liebling zum Kauen, unterstützt den Zahnabrieb und stärkt das Gebiss. Dein Hund sollte auch regelmäßig an Kau-Knochen oder anderen Kau-Snacks knabbern.

Es wäre zudem ideal, wenn Du Deinem Hund täglich die Zähne putzen würdest. So kannst Du sicher sein, dass das gefährliche Plaque auch wirklich entfernt ist und es den Zähnen gut geht. Benutze dazu spezielle Hundezahnbürsten und Hundezahnpasta, da die für Menschen geeigneten Produkte für Deinen Vierbeiner schädlich sind. Wie Du Deinem Hund die Zähne richtig putzt, wird im unteren Video detailliert erklärt.

Durch das regelmäßige Zähneputzen hat Dein Hund nicht nur saubere Zähne, sondern Du gewöhnst ihn von klein auf an eine regelmäßige Zahnpflege, welche er dann als komplett normal wahrnehmen wird. Dadurch kannst Du und auch der Tierarzt problemlos ins Gebiss blicken und dieses kontrollieren. Erkrankungen des Zahns und Zahnfleischs haben so keine Chance!

Trivia: Was Du sonst noch über Zahnwechsel bei Hunden wissen solltest

Wenn Du Dich bis hierhin durchgelesen hast, solltest Du für den kommenden Zahnwechsel Deines Vierbeiners bestens informiert sein. Falls Du trotzdem noch ein paar Fragen hast, findest Du im kommenden sicherlich die Antworten darauf.

Wie kann ich einen Milchzahn von einem bleibenden Zahn unterscheiden?

Keine Sorge, Du brauchst keine Angst davor haben, dass Du einen Milchzahn nicht von einem bleibenden Zahn unterscheiden kannst. Milchzähne sind viel kleiner als bleibende und haben eine sehr scharfe Spitze. Auch die Zahnwurzel ist nur sehr schmal.

Beginnt erst einmal der Zahnwechsel, wirst Du sehen, wie die Milchzähne immer kleiner und kleiner im wachsenden Gebiss wirken. Der Abstand zum Nachbarzahn wird größer, um Platz für die bleibenden Zähne zu schaffen.

Gibt es eine Zahnspange für Hunde?

Kurz und knapp: ja, die gibt es.

Verschiedene Zahnfehlstellungen können sich negativ auf das Druckverhältnis im Maul auswirken. So kommt es möglicherweise zu einem unkorrekten Kieferwachstum oder anderen dauerhaften Probleme.

Gekippte, verdrehte oder komplett falsch angelegte Zähne sollten frühestmöglich behandelt werden. Geschieht dies nicht, folgen unnatürliche Abnutzungen der Zähne und Zahnschäden aller Art.

Deshalb gilt: Stellst Du fest, dass die Zähne Deines Hundes falsch positioniert sind, dann suche einen Tierarzt auf. Dieser wird sich das Gebiss gründlich anschauen und die passende kieferorthopädische Behandlung vorschlagen.

Wie ist das Hundegebiss vor und nach dem Zahnwechsel aufgebaut?

Das Milchgebiss enthält insgesamt 28 Zähne, während es beim bleibenden Gebiss sogar 42 Zähne sind.

Hunde haben in Ober- und Unterkiefer jeweils 6 Schneidezähne. Diese Anzahl ist vor und nach dem Zahnwechsel gleich. Schneidezähne sind die vordersten Zähne des Gebisses. Bei geschlossenem Kiefer liegen die Schneidezähne des Oberkiefers leicht über den Schneidezähnen des Unterkiefers. Dies ist vollkommen normal und wird Scherengebiss genannt. Diese Zahnart dient dem Hund zum Reißen von Fleisch und Schaben an Knochen.

Die am imposantesten Zähne sind die Fangzähne, von denen der Hund jeweils 2 im Ober- und Unterkiefer hat. Wie auch bei den Schneidezähnen ist die Anzahl der Zähne vor und nach dem Zahnwechsel gleich. Die Fangzähne sind groß, spitz und leicht nach hinten gebogen mit einer starken Wurzel. Sie werden vom Hund dazu genutzt, der Beute eine scharfe und punktuelle Wunde zuzufügen.

Ganz hinten im Gebiss befinden sich die Backenzähne. Von denen hat der Hund vor dem Zahnwechsel im Ober- und Unterkiefer jeweils 6 Stück, während es nach dem Zahnwechsel im Oberkiefer 12 und im Unterkiefer 14 sind. Diese Zähne sind dem Hund besonders wichtig, da er mit ihnen die Nahrung zerkleinert und kaut. Deshalb wächst die Anzahl der Backenzähne mit der Zeit, sowie auch deren Größe.

Hundegebiss eines Hundes

Hier siehst Du alle drei Zahnarten auf einen Blick – die Schneide-, Fang- und Backenzähne.

Fazit

Der Zahnwechsel ist eine generell unangenehme, aber meistens problemlose Phase. Wenn Du Dich an die oben gegebenen Tipps hältst, kannst Du Deinem Hund doch beiseite stehen und ihm helfen, die Zeit gut zu überbrücken.

Eine regelmäßige Kontrolle und Zahnpflege sind vor, während und nach dem Zahnwechsel ein Muss, um sicherzustellen, dass Dein Hund ein gesundes und strahlendes Gebiss hat!

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