Eine Katze an einen Welpen gewöhnen? So geht’s richtig!

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Beitragsbild: Katze an Welpen gewöhnen

Wenn Du eine Katze hast und Deine Familie mit einem Welpen vergrößern möchtest, so gibt es einige Punkte, die es vor der ersten Begegnung und in der weiteren Gewöhnungszeit der beiden Tiere zu beachten gilt.

Schließlich handelt es sich bei Hunden und Katzen um unterschiedliche Lebewesen, welche anders kommunizieren und sich demnach schnell missverstehen können. Dies kann zu negativen Erfahrungen für die Katze oder den Hund führen, die das weitere Kennenlernen wiederum erschweren.

In Deine Vorüberlegungen sollte jedoch nicht nur die natürliche Misskommunikation Berücksichtigung finden, sondern weiterer Kriterien, auf welche wir im folgenden Ratgeber näher eingehen werden. Zudem gibt es Voraussetzungen, die Du in Deinem zu Hause schaffen kannst sowie das Befolgen unserer Anleitung für die Zusammentreffen. Dadurch können sich die beiden unter den besten Umständen miteinander vertraut machen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Zusammenführung einer Katze mit einem Welpen sollte geplant sein
  • Hintergrundwissen über: Misskommunikation, Rasse, Charakter, Alter und Erfahrungen der beiden Tiere mit der anderen Art
  • Vor der Zusammenführung sind auch Vorbereitungen ratsam, wie das Anpassen der Bleibe
  • Die erste Begegnung und folgende sollten mit einer Person pro Tier in einer ruhigen und entspannten Atmosphäre stattfinden
  • Zur Sicherheit des Stubentigers sollte der Welpe angeleint sein. Die Katze sollte zudem ausreichend Fluchtmöglichkeiten haben
  • Beide Tiere entscheiden über die Dauer der an Gewöhnungsphase. Zeige dabei Geduld und Einfühlungsvermögen
Eine Katze schmiegt sich an einen Welpen

Eine Katze an einen Welpen zu gewöhnen erfordert, wenn sie nicht schon miteinander aufgewachsen sind, einen Plan.

Hintergrundwissen für die erfolgreiche Zusammenführung

Für die erfolgreiche Zusammenführung und Gewöhnung der beiden Tiere ist Hintergrundwissen zu verschiedenen Punkten unerlässlich. Auf folgende werden wir hierbei näher eingehen: Misskommunikation, Rasse, Charakter, Alter und Erfahrungen der beiden Tiere mit der anderen Art.

Misskommunikation

Wie bereits oben erwähnt, kann die natürliche Kommunikation der beiden Tiere zu Missverständnissen und somit Aggressionen führen:

Eine Katze warnt beispielsweise mit ihrer angehobenen Tatze, dass ihr Gegenüber sich besser zurückziehen sollte. Ein Hund würde darunter jedoch eine freundliche Einladung verstehen und wahrscheinlich näher treten, nur um dann Krallen zu spüren. Andersherum bedeutet der wedelnde Schwanz eines Hundes, dass er sich freut. Eine Katze bewegt hingegen ihren Schwanz hin und her, wenn sie Missmut und Stress empfindet.

Hund und Katze missverstehen sich intuitiv, wenn sie noch keine Erfahrungen miteinander gemacht haben.

Rasse

Weiterhin gilt es auf bestimmte Charakteristika der Rassen zu achten. Gehört Deine Katze einer Rasse an, die eher entspannt und gar gesellig ist? Dann ist dies schon mal ein guter Start. Damit er aber auch gut gelingt, ist es zudem ratsam, die Rasse des Welpen zu berücksichtigen und somit auch die natürliche Ausprägung seines Jagdtriebes. Schließlich haben Jagd- und Wach- bzw. Schutzhunde den Ruf, nicht ganz unproblematisch für Katzen zu sein.

Charakter

Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Charakter der Katze, den Du als Halter sicher am besten einschätzen kannst. Ist die Katze demzufolge eher gemütlich und ruhig, energiegeladen und spielerisch, schüchtern und ängstlich oder selbstbewusst und gesellig? Diese Eigenschaften sind auch mit dem Charakter des Welpen abzugleichen, sofern dies schon ersichtlich ist. Je ähnlicher die beiden Arten in ihrem Charakter sind, desto besser stehen die Chancen, dass sie sich miteinander vertragen.

Alter

Das Sprichwort „Gleich und Gleich gesellt sich gern“ trifft nicht nur auf den Charakter zu, sondern auch auf das Alter. Demnach passen ältere Tiere am besten zu ruhigen oder ebenso alten Neuzugängen. Die Zusammenführung von Jungtieren gestaltet sich in der Regel einfacher als bei bereits ausgewachsenen Tieren. Beide lernen hierbei nicht nur früh die Kommunikation der anderen Art zu verstehen, ebenso können Spannungen vermieden werden, da die Tiere ein ähnliches Energielevel haben.

Jungkatze und hunde welpen

Hunde und Katzen lernen die Kommunikation der anderen Art am besten, wenn sie schon als Jungtiere miteinander aufwachsen.

Erfahrungen

Wenn eine Katze auf einen Welpen trifft, so werden zwei Gefühle geweckt: Angst und Neugierde. Falls sie bereits an Hunde gewöhnt ist, so wird sie mehr Neugierde als Angst verspüren. Im umgekehrten Fall, bei noch mangelnder Erfahrungen mit Hunden wird hingegen Angst überwiegen. Beides kann auch für den Welpen zu erwarten sein.

Als sehr schwierig, ausdauernd oder gar unmöglich kann sich das Zusammenführen gestalten, wenn eines der Tiere schlechte Erfahrungen mit der anderen Art gemacht hat.
Allgemein wird davon ausgegangen, dass die Aufnahme einer Katze in einen Hundehaushalt einfacher ist. Dies liegt darin begründet, dass Hunde Rudelwesen sind und dadurch die Katze als Neuankömmling nach einer Gewöhnungsphase schneller aufnehmen würden als umgekehrt. Katzen jagen alleine und haben ein besonders ausgeprägtes Dominanzverhalten gegenüber ihrem Revier. Nichtsdestotrotz sind sie keine absoluten Einzelgänger, wie viele meinen. Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass eine selbstbewusste ausgewachsene Katze bei einem Welpen die Möglichkeit hat, ihn zu erziehen und ihm somit schon früh Grenzen zu vermitteln.

Zusammenführung

Nachdem wir ausführlich wichtiges Hintergrundwissen dargelegt haben, möchten wir nun auf eine sinnvolle Vorbereitung für das Treffen eingehen. Anschließend geben wir Dir eine weitere Anleitung für die ersten Begegnungen und die Gewöhnung zwischen Deiner Katze und dem Hunde Welpen. Dadurch kann der erfolgreichen Zusammenführung nichts im Wege stehen!

Vorbereitung

Bevor Du den Welpen zu Dir nach Hause holst, ist es hilfreich für die Katze, wenn Du ihr den Geruch des Welpen beispielsweise auf einer Decke zugänglich machst. Wenn Dein Stubentiger noch keinen oder nur wenig Kontakt mit Hunden hatte, so spiele ihr Bellgeräusche vor, erst leise und allmählich lauter. Diese Maßnahmen helfen Deiner Katze dabei, sich schneller an den Welpen zu gewöhnen, wenn er da ist.

Anpassen der Wohnung

Bevor der Neuankömmling in die Wohnung kommt, gilt es die Wohnung schon mal anzupassen. Am besten hältst Du ein Zimmer für ihn bereit, wodurch Du beide Tiere zunächst voneinander fern halten kannst. Zudem sollte die Katze ausreichend Rückzugsmöglichkeiten in Deiner Bleibe haben, am besten auch einen Ort, wo der Hund nicht hin kann. Trenne die Fressnäpfe voneinander, indem Du denjenigen für die Katze auf eine erhöhte Stellung platzierst, sodass es unter den beiden nicht zu Fressneid kommt.

Des Weiteren ist darauf zu achten, dass das Katzenklo nicht für den Welpen zugänglich ist, da Hunde Katzenkot essen. Stören dieser Privatsphäre kann auch zu Unsauberkeit der Katze führen.

Die erste Begegnung – Worauf gilt es zu achten?

Damit die erste Begegnung unter den besten Umständen erfolgt, haben wir hilfreiche Tipps zusammengestellt, die Dir bei der Zusammenführung helfen werden.

Ein paar Tage frei nehmen

Für die Zusammenführung solltest Du Dir zunächst ein paar Tage frei nehmen, damit diese entspannt verlaufen kann. Allgemein solltest Du hierbei auf eine stressfreie Atmosphäre achten, ohne Lärm oder andere störende Geräusche. Zeige besonders viel Geduld und Einfühlungsvermögen. Die räumliche Trennung sollte außerdem die ersten Tage bestehen bleiben, wodurch sich der Neuankömmling langsam an seine neue Bleibe gewöhnen kann.

Zugleich werden beide Wesen über den Duft des anderen sowie über das angeleitete Aufeinandertreffen miteinander vertraut gemacht.

Ausgelastete Katze und Welpe

Beide Tiere sollten vor der ersten Begegnung ausgelastet und satt sein, damit sie zufrieden sind. Sie sollten vorher also schon gefressen haben und gespielt oder ihren Auslauf bekommen haben. Die Zusammenführung erfolgt dann mit zwei Personen, eine jeweils für ein Tier. Beide sollten entspannt und geduldig sein, Einfühlungsvermögen zeigen und die Begegnung anleiten.

Anleinen des Welpen

Leine hierzu den Welpen zur Sicherheit der Katze an. Es ist wichtig, dass es zu keiner Jagd der Katze kommt, da dies die Eingewöhnung erschweren würde. Wenn der Welpe schon auf Kommandos hört, so vermittle ihm mit „Sitz“ oder „Bleib“, dass nun keine Spielzeit folgen wird. Die zweite Person kann nun die Katze in das Zimmer bringen, welche sich jedoch nicht in einer Box befinden sollte, da sie über ausreichend Fluchtmöglichkeiten verfügen muss.

Katze beobachtet aus Entfernung

Lass Deine Katze darüber entscheiden, wie nah sie dem Welpen kommen möchte oder nicht.

Ein erhöhter Aussichtspunkt ist auch förderlich, schließlich entscheidet die Katze darüber, wie nah sie dem Welpen kommen möchte und von der Höhe hat sie einen sicheren Blick auf den Neuankömmling. Es ist also schon mal ein guter Anfang, wenn sie diesen vom Weiten sehen und auch riechen kann.

Positive Verknüpfung

Wenn es bei der Begegnungen zu keinen Aggressionen und großer Angst bei einem oder beider Tiere gekommen ist, so kann sie nach ein paar wenigen Minuten beendet werden. Lobe, Katze und Hund anschließend ausgiebig, spiele mit ihnen oder geh mit ihnen raus. Das Kennenlernen wird auch mit etwas Positivem verknüpft, wenn Du ihnen währenddessen und danach Leckerlis gibst.

Falls es zu großer Angst kommt, welche Aggressionen fördern, so breche das Zusammentreffen frühzeitig ab und helfe dabei, dass sich die Stimmung wieder beruhigt. Aggressionen bei einer Katze zeigen sich deutlich, wenn sie keine Fluchtmöglichkeit hat und sich bedroht fühlt.

Deutliche Hinweise sind: Fauchen, Knurren, angelehnte Ohren, die Stellung ihres Schwanzes und Schlagen. Bei einem Hund erkennst Du sie, wenn er die Katze lange anstiert, anknurrt oder anbellt. Ängstlichkeit zeigt er durch Wimpern und sich klein machen.

Wichtig:

  • Agiere mit viel Geduld und Einfühlungsvermögen
  • Tiere entscheiden über die Dauer der Gewöhnungsphase
  • Scheinattacken nicht dramatisieren
  • Mit Bestrafung zurückhalten, aber dazwischen gehen, wenn nötig.
  • Dadurch soll das Kennenlernen nicht negativ verknüpft werden.
  • Leckerlis sorgen hingegen für ein positives Erlebnis

Was passiert nach der ersten Begegnung?

Wie bereits erwähnt, ist es besonders wichtig, Geduld und Einfühlungsvermögen für die Gewöhnung der Katze an den neuen Welpen aufzubringen. Scheinattacken solltest Du nicht dramatisieren und auch mit Bestrafungen solltest Du Dich  zurückhalten, sodass das Kennenlernen nicht negativ verknüpft wird. Nichtsdestotrotz ist es wichtig, frühzeitig dazwischenzugehen, sofern dies erforderlich ist.

Dauer der Gewöhnungsphase

Schlussendlich entscheiden die Tiere über die Dauer der Gewöhnungsphase. Bei manchen genügen lediglich ein paar Vorstellungen, bei anderen sind mehrere (1-3) Einführungen am Tag nötig und dies über mehrere Wochen. Wiederhole also den Kontakt zwischen den beiden Tieren so lange, bis keine starken negativen Emotionen oder Abwehrreaktionen zu erkennen sind. Achte dabei darauf, dass die Tiere nicht überfordert sind. Der gewohnte Tagesablauf gibt hierbei zusätzliche Sicherheit.

Erst wenn der Hund bei der Begegnung mit der Katze ruhig an der Leine ist, ist auch ein Treffen ohne Leine ratsam. Achte weiterhin darauf, dass Du die Katze nicht vernachlässigst, da der Welpe da ist. Es sollte nicht zu Eifersucht und Konkurrenzkampf kommen. Zudem sollte die Katze ausreichend Rückzugsorte haben, wo sie ungestört sein kann.

Sei außerdem konsequent dabei, dass der Hund auch draußen keine Katzen jagen darf. Schließlich soll die Hemmschwelle diesbezüglich nicht sinken.

Weiterführende Quellen

Wenn Du mehr darüber erfahren möchtest, wie Hunde Aggressionen zeigen, so klicke hier.

Bei Katzen äußern sich Aggressionen anders. Weiteres, findest Du hier.

Nähere Informationen zu hundefreundlichen Katzenrassen? Bitte hier entlang.

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