Die Anatomie des Hundes: Körperaufbau einfach erklärt

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Vom Schäferhund über den Boxer bis hin zum Chihuahua, eins haben sie alle gemeinsam, und zwar ihren grundlegenden Körperaufbau. In diesem Ratgeber möchten wir Dir die Anatomie des Hundes auf einfache Art und Weise näher bringen.
Mit dem Gelernten kannst Du Deinen Vierbeiner besser verstehen und Schmerzen und Verletzungen schneller lokalisieren und wahrnehmen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Hunde sind Säugetiere, sie bringen also Welpen zur Welt, welche gesäugt werden
  • Hunde sind Raubtiere, welche in der freien Natur jagen würden
  • Der Hund stammt vom Wolf ab
  • Der Geruchssinn ist der stärkste Sinn des Hundes
  • Mensch und Hund besitzen Ähnlichkeiten bei ihren Knochen

Was ist die Anatomie des Hundes?

Anatomie im Allgemeinen ist die Lehre des Körpers, in unserem Fall die des Hundes. Man unterscheidet zwischen der mikroskopischen und der makroskopischen Anatomie. Unter die makroskopische Anatomie fallen die Bereiche, die mit dem bloßen Auge sichtbar sind und die mikroskopische Anatomie beschäftigt sich mit dem Feinbau, das heißt mit Dingen, die nur unter der Lupe oder dem Mikroskop sichtbar sind.

In diesem Ratgeber behandeln wir die makroskopische Anatomie, da diese für ein Grundverständnis der Anatomie ausreichend ist.

Wie viele Knochen hat ein Hund?

Pauschal kann man das nicht sagen, da die Anzahl der Knochen abhängig von der Rasse ist, aber es sind ungefähr 300 Knochen. Vor allem die Schwanzwurzelknochen machen den Unterschied, denn je nach Rasse kann ein Hund 3 bis 20 Stück davon haben.

Aufbau und Funktion des Skeletts vom Hund

Ohne das Skelett wäre keine Bewegung möglich. Wir erläutern nun die Funktion des Skeletts und den grundlegenden Aufbau.

Funktion des Skeletts

Zum einen dient das Skelett als Schutz innerer Organe, des Gehirns und des Rückenmarks. Zum anderen wird dadurch Bewegung möglich, es dient der Kommunikation und es spielt eine Rolle bei der Produktion von Blutzellen und beim Mineralienhaushalt.

Aufbau des Skeletts

Das Skelett kann in 3 Bereiche unterteilt werden, und zwar den Kopf, den Rumpf und die Gliedmaßen.

Kopf

Der Kopf besteht aus dem Hirnschädel und dem Gesichtsschädel. Der Hirnschädel schützt das Gehirn und hält die Augen und Ohren. Der Gesichtsschädel besteht aus dem Ober- und Unterkiefer, wobei der Oberkiefer sich an den Hirnschädel anschließt. Diese beiden Schädelknochen sind direkt mit den Halswirbeln verbunden, welche der erste Abschnitt der Wirbelsäule sind.

Rumpf

Zum Rumpf gehört die Wirbelsäule, welche in Brust- und Lendenwirbelsäule gegliedert wird. Die Wirbelsäule besitzt Bandscheiben, damit die Wirbel nicht aneinander Reiben und vor Stößen geschützt sind. Die Wirbel münden in Wirbelbögen, welche aneinandergereiht den Wirbelkanal darstellen. In diesem Wirbelkanal befindet sich das Rückenmark, welches zum Gehirn führt.
Ein Hund besitzt insgesamt 30 Wirbel. Dazu gehören 20 Brustwirbel, welche die Quelle der Rippen bilden. Die Rippen bilden wiederum den Brustkorb, welcher die Organe schützt. Ein Hund hat außerdem 3 Kreuzbeinwirbel, welche das Kreuzbein bilden und den Rumpf stabilisieren. Weitere 7 Wirbel sind die Lendenwirbel.

Gliedmaßen

Die vorderen Gliedmaßen des Hundes gleichen den oberen Gliedmaßen des Menschen (Schulter und Arme). Das Schulterblatt des Hundes ist groß und platt und über das Schultergelenk mit dem Oberarmknochen verknüpft. Der Oberarmknochen ist mit dem Ellbogengelenk und dem Unterarmknochen verbunden.
Die hinteren Gliedmaßen sind den vorderen Gliedmaßen vom Aufbau her ähnlich. Statt des Schulterblatts ist hier das Becken. Dieses besteht aus Hüft- und Kreuzbein. Zwischen dem Ober- und Unterschenkelknochen befindet sich die Kniescheibe und das Kniegelenk.
Die Pfote des Hundes besteht aus den Zehen, dem Vorderfußwurzelknochen und dem Vordermittelfußknochen.

Die Funktion und der Aufbau der Muskulatur des Hundes

Durch das Zusammenspiel verschiedener Muskeln wird Bewegung möglich. Es wird zwischen der glatten Muskulatur und der quergestreiften Muskulatur unterschieden. Die glatte Muskulatur befindet sich in den inneren Organen und die quergestreifte am Skelett und Herz. Unterstützung erhält die Muskulatur von Sehnen und Bändern. Sehen übertragen von der Muskulatur ausgeübte Kräfte auf das Skelett und dadurch wird es bewegt. Bänder verbinden die Gliedmaßen miteinander.
Die sich am Kopf befindenden Muskel nennt man auch Beweger und sie tragen dazu bei, dass der Hund schnüffeln, bellen, kauen, die Ohren spitzen und die Augen öffnen und schließen kann.

Dieses Video zeigt einen Hund in Bewegung:


Klicke hier, um die genauen Bezeichnungen der Muskeln zu erfahren und wo sie sich im Körper des Hundes befinden.

Was hat der Hund für Sinnesorgane?

Die unterschiedlichen Sinnesorgane und das Wichtigste dazu ist hier für Dich erklärt.

Hören

Der Hund hat ein sehr gutes Gehör und kann damit Töne von 60.000 bis 100.000 Hertz wahrnehmen. Außerdem ist es Hunden möglich, Geräusche zu orten, indem sie ihre Ohrmuscheln in Richtung der Geräuschquelle drehen. Je nach Rasse ist das Hörvermögen etwas unterschiedlich.

Tasten

Die sogenannten Tasthaare helfen Hunden, sich in der Dunkelheit zu orientieren. Sie können diese je nach Rasse an der Lippe, den Augenbrauen, den Ohren und an den Vorderbeinen besitzen.

Sehen

Hunde haben ein großes Sichtfeld, aber ihr Farbsehen ähnelt dem von Menschen mit Rot-Grün-Sehschwäche.

Riechen

Der Geruchssinn ist der wichtigste Sinn  für den Hund, denn darüber erkennt er andere Tiere und kommuniziert mit ihnen.

Schmecken

Der Hund kann, genau wie der Mensch süß, sauer, bitter, salzig und umami schmecken, aber der Geruchssinn ist bei der Aufnahme von Futter wichtiger.

Gut zu wissen: Hunde können Emotionen erkennen, indem sie Duftstoffe, die Menschen freisetzen, riechen. Sie können sogar vor einem drohenden epileptischen Anfall des Herrchens Alarm schlagen.

 

Nase von einem Hund

Der Geruchssinn ist der wichtigste Sinn eines jeden Hundes.

Organsysteme des Hundes

Der Hund hat genau wie der Mensch unterschiedliche Organsysteme, welche wir Dir im Folgenden vorstellen.

Nervensystem

Zum Nervensystem gehören das Gehirn, das Rückenmark und die Nerven und es verarbeitet und empfängt Informationen. Das Gehirn steuert die Organe und Bewegungen.

Haut

Die Haut schützt den Körper des Hundes vor Infektionen, Verletzungen, Feuchtigkeitsverlust und Wärmeverlust. In den meisten Fällen ist die Haut von Fell bedeckt, welches die Körpertemperatur reguliert, deshalb ist es auch nicht klug, den Hund bei wärmeren Temperaturen zu rasieren. Bei einer Gefahrensituation richtet der Hund seine Haare auf und wirkt somit größer.

Atmungssystem

Durch die Nase oder den Mund gelangt Luft in die Luftröhre und dadurch weiter zu den Bronchien, Bronchiolen und schlussendlich zu den Lungenbläschen. Der eingeatmete Sauerstoff wird in den Lungen entzogen und ausgeatmet wird dann Kohlendioxid.

Herz-Kreislauf-System

Hierzu gehören das Herz, die Venen, die Arterien und die kleineren Blutgefäße. Das System hält den Blutkreislauf intakt und sorgt für den Transport von unter anderem Sauerstoff, Nährstoffen und Blutzellen.

Nieren und Harnwege

Zu den Harnwegen gehören die Blase, die Harnleiter und die Harnröhre. Die Nieren und Harnwege sind wichtig für den Wasser- und Salzhaushalt des Hundes und die Ausscheidung von Abfallprodukten.

Fortpflanzungssystem

Rüden haben zwei Hoden, eine Prostata und einen Penis, Hündinnen dagegen haben 2 Eierstöcke, eine Gebärmutter und eine Scheide. Hündinnen kriegen außerdem 1 bis 2 Mal im Jahr ihre Periode.

Hormonsystem

Hierzu gehören unterschiedliche Drüsen wie die Schilddrüse, die Bauchspeicheldrüse, die Nebennieren oder die Eierstöcke.

Verdauungssystem

Zum Verdauungssystem gehört das Maul, die Speiseröhre, der Magen, der Dünndarm, die Gallenblase, die Bauchspeicheldrüse, die Leber, der Dickdarm und der After. Der Dünndarm ist der wichtigste Teil für die Aufnahme von Nährstoffen, hier werden Proteine, Kohlenhydrate und Fette abgebaut und Vitamine und Mineralstoffe aufgenommen.

In diesem kurzen Video sind einige Anzeichen dafür aufgelistet die zeigen, dass Dein Hund womöglich Schmerzen hat.

Weitere anatomische Strukturen des Hundes

Im Folgenden möchten wir Dir Informationen über weitere wichtige anatomische Strukturen des Hundes geben. Dazu gehören das Gebiss, die Rute und die Pfoten.

Gebiss

Ein ausgewachsener Hund hat insgesamt 42 Zähne. In der unteren Tabelle siehst Du wie sie auf den Ober- und Unterkiefer verteilt sind.

Oberkiefer Unterkiefer
6 Schneidezähne 6 Schneidezähne
2 Fangzähne 2 Fangzähne
12 Backenzähne 14 Backenzähne
Gut zu wissen: Welpen haben vor dem ersten Zahnwechsel nur 28 Zähne.

Schwanz/ Rute

Je nach Hunderasse ist die Rute unterschiedlich lang und weist eine unterschiedliche Form auf. Meist besitzt der Hund 20 bis 23 Schwanzwirbel.
Durch die Rute halten Hunde Balance, sie nutzen sie beim Schwimmen als Ruder und sie ist wichtig für die Kommunikation.

Gut zu wissen: Die Kommunikation von Hunden läuft hauptsächlich über ihre Körpersprache ab.
Mit diesem Video lernst Du die Körpersprache Deines Hundes besser zu verstehen.

Pfoten

Der Hund geht auf den Zehenspitzen und damit er ohne Probleme laufen kann, hat er Pfotenballen. Über diese können verschiedene Reize aufgenommen werden, wie Temperatur, Beschaffenheit und Erschütterung. Die Hornhaut an den Pfotenballen ist sehr robust und sorgt in Kombination mit den Krallen für einen guten Halt. Außerdem befindet sich unter der Hornhaut ein Fettpolster, welches vor Stößen schützt und somit vor allem die Knochen und Gelenke schützt. Ein Hund hat vorne fünf Zehen und hinten 4. Zwischen den Zehen ist Haut, welche für Wendigkeit sorgt.

Hinweis: Wenn ein Hund andauernd an seinen Pfoten leckt, könnte das unter anderem an einer Allergie, einem Pilz oder Fremdkörpern liegen.

Allgemeine und interessante Fakten zum Hund

Im Folgenden sind weitere wissenswerte Informationen zum Hund aufgelistet.

Was ist die Geschichte des Hundes?

Der Haushund, so wie wir ihn kennen, gehört zur Familie der Caniden, welche mehr als 30 Arten fasst. Dazu gehören beispielsweise auch Kojoten und Füchse.
Der Hund stammt vom Wolf ab und der wissenschaftliche Name des Hundes ist Canis lupus familiaris (der gezähmte Wolf).
Das erste Haustier des Menschen war der Hund, denn den Menschen wurde schnell bewusst, dass diese bei der Jagd behilflich sind. Heutzutage gibt es über 400 Hunderassen, welche individuelle Merkmale aufweisen.

Hier ist ein kurzes, aber sehr informatives Video, welches Dir die Geschichte von Mensch und Hund erklärt.

Die Anatomie des Hundes im Vergleich zu anderen Lebewesen

Sehr interessant zu betrachten sind die Unterschiede und Ähnlichkeiten des Hundes zu anderen Lebewesen. Wir haben für Dich den Hund mit dem Menschen und der Katze verglichen.

Hund versus Mensch

Der Mensch und der Hund besitzen Ähnlichkeiten bei ihren Knochen, aber der Körperbau ist natürlich unterschiedlich, denn Hunde laufen auf 4 Beinen und sie sind auf die Bedürfnisse eines Raubtieres ausgelegt.
Die Struktur der Zähne ist ebenfalls nach dem Vorbild des Raubtiers. Während ein ausgewachsener Mensch nur 28 Zähne besitzt, verfügt ein Hund über 42. Die Organe sind bei Hund und Mensch ähnlich.

Die Sinne vom Hund im Vergleich zum Menschen sind besonders interessant. Die Sinnesorgane des Hundes haben wir bereits weiter oben beschrieben. Jetzt möchten wir sie im Vergleich zu den Sinnen der Menschen betrachten.

Hören

Während der Hund wie oben beschrieben Töne von 60.000 bis 100.000 Hertz wahrnehmen kann, ist der Mensch nur in der Lage, Töne bis 20.000 Hertz wahrzunehmen. Außerdem kann der Hund sogar sein inneres Ohr verstellen und Geräusche herausfiltern.

Riechen

Der Geruchssinn beim Menschen ist ebenfalls schwächer. Die Gehirnkapazität des Hundes für das Riechen ist ungefähr 40 Mal größer.

Kleiner Fakt: Ein Hund würde verfaulte Eier bereits bei der Näherung einer Stadt mit 25.000 Einwohnern riechen, ein Mensch hingegen erst in direkter Nähe.
Sehen

Hunde können keine Entfernungen oder Höhen einschätzen, ihr Gesichtsfeld ist um 25 % größer als das des Menschen und sie sehen bei Dämmerung besser als der Mensch.

Schmecken

Hunde besitzen weniger Geschmacksknospen als Menschen.

Hund versus Katze

Angefangen mit der Abstammung ist der Hund, wie bereits erwähnt, eine Unterform des Wolfes, wohingegen die Katze von der Wildkatze abstammt. Der stärkste Sinn des Hundes ist der Geruchssinn und bei der Katze ist es der Hör- und Sehsinn. Zudem besitzt die Katze lediglich 30 Zähne und ihre Krallen sind einziehbar, die des Hundes nicht.

Gut zu wissen: Häufig verstehen Hunde und Katzen sich nicht, weil sie die gleichen Körpersignale aussenden, diese aber eine unterschiedliche Bedeutung haben.
Hund und Katze

Hunde und Katzen mögen sich nicht immer, aber wenn schon können sie die besten Freunde sein.

Weiterführende Links

Ein Steckbrief des Hundes

Bericht: Wie der Wolf zum Hund wurde

Bericht: Sind Katzen schlauer als Hunde ?

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