Samojede im Rasseporträt: Charakter, Haltung und Pflege

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Samojede steht im auf dem Rasen
Ausdauernd, lebhaft und offenherzig – der Samojede ist bekannt für sein typisches Lächeln und zieht jede Aufmerksamkeit durch das schneeweiß glänzendes Fell auf sich. Er kann aber noch viel mehr als nur prachtvoll aussehen. Der Samojede ist ein sehr aktiver und geselliger Hund, der am liebsten jede Sekunde bei seiner Familie sein möchte.

Wenn Du Dich für einen Samojeden interessierst, solltest Du wissen, auf was Du Dich einlässt. In diesem Beitrag geben wir Dir einen Überblick über den Charakter, Erziehung und Pflege des Samojeden.

Wesen und Charakter des Samojeden

Der Samojede ist ein sehr ausdauernder und offener Hund, der es liebt, sich draußen auszutoben. Ob mit Menschen oder anderen Hunden, die Möglichkeit, im Freien zu spielen, ist ihm sehr wichtig.

Wenn Du ihm täglich diese Möglichkeit gibst, ist er auch als Stadt- und Wohnungshund geeignet. Trotz all der Freude mit dem Menschen hat der Samojede seinen eigenen Kopf, den er gerne durchsetzen möchte. Unterwürfigkeit ist ihm oftmals fremd. Mit guter Erziehung kann man dem entgegenwirken.

Sein Jagdinstinkt ist nur gering ausgeprägt, was das Spazierengehen und das Zusammenleben mit anderen Artgenossen oder Tieren einfach macht. Er ist als Wachhund ungeeignet, da er lediglich bellen, den Eindringlich jedoch nicht stellen würde. Dafür ist er einfach zu liebevoll und unbekümmert.

Geselligkeit von Samojeden

Der Samojede ist ein Rudeltier. Er liebt es deshalb, sozial aktiv zu sein, ob mit dem Menschen oder anderen Hunden. Der Samojede möchte einfach immer bei seiner Familie sein. Er hat eine liebevolle und lebhafte Art, die ihn zu einem idealen Familienhund machen.

Das Zusammenleben mit Kindern ist für ihn eine wahre Freude. Das flauschige und eindrucksvolle Fell möchte am liebsten sowieso jedes Kind streicheln.
Typische für den Samojeden ist sein Lächeln, welches durch seine Gesichtszüge entsteht. Es verdeutlicht noch einmal, wie liebevoll und gesellig die Rasse ist.

Aufgrund seines Energielevels und Bewegungsdrangs eignet sich der Samojede für aktive Menschen oder Familien, die sich viel draußen an der frischen Luft bewegen. Für Senioren ist er ungeeignet.

Erziehung und Haltung des Samojeden

Trotz seines liebevollen Charakters sollte eine gute und intensive Erziehung des Samojeden nicht zu kurz kommen. Aufgrund seiner eigensinnigen Art solltest Du die Erziehung gewissenhaft und mit viel Disziplin angehen. Die grundlegende Erziehung ist relativ einfach, jedoch wird dem Samojeden ein wenig Sturheit nachgesagt. Konsequenz und Geduld sind also gefragt.

Die Hundeschule ist eine hervorragende Möglichkeit für Hund und Herrchen die Erziehung voranzutreiben und sich auszutoben. Zahlreiche Züchter setzen den Besuch bei einer Hundeschule sogar voraus. Wenn der Interessent dies nicht garantieren kann, wird der Hund nicht vermittelt.

Da die Samojeden keine Couchpotatoes sind, sollte die Haltung viel Bewegung und gemeinsames Spielen beinhalten. Bei hohen im Sommer kann der Samojede Probleme durch sein dickes Fell bekommen. Sorge für genug Schattenplatz und Wasser, damit er sich ausruhen kann.

Die Erziehung ist von Anfang an unglaublich wichtig und legt den Grundstein für ein harmonisches Miteinander. Gib dem Samojeden so viel Liebe, wie Du nur kannst und habe Geduld mit ihm.

Pflege und Gesundheit des Samojeden

Der Samojede hat ein flauschiges Fell, was den Eindruck erwecken könnte, dass es viel Pflege benötigt. Dem ist jedoch nicht so. Die Fellpflege ist sehr einfach. Es muss lediglich 1-2 Mal die Woche gebürstet werden.

Der Fellwechsel findet 2 Mal im Jahr statt. Zu dieser Zeit wird es notwendig sein, täglich zu saugen, da an jeder Stelle, an der der Samojede war, Hundehaare sein werden. Abseits davon sollte das Fell während des Fellwechsels täglich gebürstet werden.

Tipp: Folgende Dinge werden zur Fellpflege benötigt:

  • Hundekamm
  • Entwirrungskamm
  • Hundebürste
  • Kunststoffbürste zum Pflegen der Rute

Das Fell ist selbstreinigend und sollte nur im äußersten Notfall und bei sehr starker Verschmutzung mit Shampoo behandelt werden. Die Inhaltsstoffe des Shampoos greift das Wollfett und die Haut des Samojeden an, was gesundheitlich Schäden nach sich ziehen kann. Grundsätzlich muss also nur gebürstet werden.

Zusätzliche Pflege bezieht das Fußnagelschneiden, die Kontrolle der Ohren und die Pflege der Zähne mit ein. An den Ohren und den Achseln muss das Fell intensiv gekämmt werden. Suche nach jedem Spaziergang das dichte Fell nach Zecken ab und entferne sie gegebenenfalls.

Hinweis: Je öfter Du Deinen Samojeden wäschst, desto schneller wird das Fell dreckig. Durch das mehrmalige Waschen versucht die Haut mehr Fett zu bilden, welches Schmutz und Gerüche stärker bindet. Dadurch ist das Fell anfälliger für Dreck und Hundegeruch.
Merke Dir also: lieber ein Mal weniger Baden als ein Mal zu viel.

In Bezug auf die Ernährung ist es wichtig, den Hund mit vielen Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen zu versorgen. Dies erhält den Glanz des flauschigen Fells und schützt die Gesundheit des Samojeden. Züchter und Tierärzte können Dir diesbezüglich wertvolle Tipps mit an die Hand geben.

Grundsätzlich sollte es viel frisches Fleisch und Gemüse im Hundenapf Deines Samojeden geben. Getreide solltest Du nur in sehr geringen Mengen füttern. Zucker am besten gar nicht, deshalb verwende am besten Hundefutter ohne Zucker beziehungsweise kurzkettige Kohlenhydrate.

Aktivitäten mit dem Samojeden

Um dem Bewegungsdrang des Samojeden gerecht zu werden, solltest Du ihm abwechslungsreiche Aufgaben bieten. Aufgrund ihrer ehemaligen Beschäftigung als Arbeits- und Schlittenhunde sind lange Spaziergänge tagtäglich ein Muss. Weitere Beschäftigungen haben wir Dir hier zusammengestellt:

  • Mitnehmen zum Joggen, Radfahren oder Wandern
  • Agility
  • Wintersport
  • Zughundesport
  • Ausbildungen (z.B. Hüte-, Begleit- und Rettungshund)
Funfact: Samojeden können bis zu 95 km am Stück zurücklegen, ohne etwas zu fressen.

Herkunft des Samojeden

Der Ursprung der Samojeden liegt in Sibirien und Nordrussland. In der kalten Umgebung lebten sie in den gleichnamigen Stämmen und wurden als Wach-, Hüte-, Schlitten- und Jagdhunde eingesetzt. In enger Beziehung zu ihrem Eigentümer schliefen sie ebenso wie die Menschen in den Zelten. Die enge Verbundenheit zwischen Mensch und Tier war damals, sowie heute ein wichtiger Bestandteil im Leben der Samojeden.

Der britische Zoologe Ernest Kilbourne Scott reiste 1889 zu genau diesen Stämmen und lernte über 3 Monate die Samojeden kennen. Bei seiner Rückkehr nahm er einen braunen Welpen mit. Später importierte er eine cremefarbene Hündin und einen schneeweißen Rüden.

Scott legte durch seine Reise und den Import von Sabarka, Whitey Petchora und Musti den Grundstein für die Zucht der Samojeden in der westlichen Welt. Zusätzlich wurden Kreuzungen mit Spitzen vorgenommen. Seit 1913 sind die Samojeden eine eigenständige Hunderasse und bei vielen aktiven Leuten und Familien beliebt.

Samojede anschaffen: Wo finde ich den passenden Samojede

In diesem Abschnitt haben wir einige Ansprechpartner verlinkt, die Du für die Anschaffung eines Samojeden in Betracht ziehen kannst. Achte bei Deiner Suche immer auf die Seriosität des Züchters oder Vereins. Von Anzeigenportalen und Privatzüchtern raten wir ab.
Tierheime sind ebenfalls eine gute Möglichkeit für Dich Deinen geliebten Samojeden zu finden.

Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) e.V.

Westfalendamm 174
44141 Dortmund
Telefon: +49 231 56 50 0 – 0
Telefax: +49 231 59 24 – 40
E-Mail: info@vdh.de
Internet: www.vdh.de

DCNH e.V. – Deutscher Club für Nordische Hunde (DCNH) e.V.

Dortebachstr. 11,
56759 Kaisersesch
Telefon: 02653/914554
E-Mail: dcnh-geschaeftsstelle@t-online.de
Internet: https://www.dcnh.de/

Verein für Spitze und nordische Hunde e.V.

Römerweg 7,
66871 Körborn,
Telefon: 0176 – 65 87 65 04
E-Mail: deutsche-spitze@posteo.de
Internet: https://www.vsnh.de/impressum

Weiterführende Quellen

Rassestandard eines Samojeden: 212g05-de.pdf 

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