Ostsibirischer Laika im Rasseportrait: Charakter, Haltung und Pflege

Rassenübersicht
Ostsibirischer Laika im Schnee
Intelligent, flink und unabhängig – der Wolfs-ähnliche Rassehund ostsibirischer Laika ist der größte der vier Laika-Rassen. Ursprünglich wurde er als Jagdhund gezüchtet und arbeitet gerne selbstständig. Außerdem ist er sehr gerne in der Nähe seines Hundebesitzers und kann somit gut als Wach- und Begleithund eingesetzt werden.

Wer über die Anschaffung eines Ostsibirischen Laikas nachdenkt, sollte wissen, worauf er sich einlässt. In diesem Ratgeber geben wir Dir einen Überblick über Charakter, Haltung und Pflege des Ostsibirischen Laikas.

Charakter und Wesen des Ostsibirischen Laika

Eines seiner Merkmale trägt der Laika schon im Namen. Laika wird vom russischen Wort „lajatj“ abgeleitet und heißt übersetzt Bellen. Als Jagdhund ist es für den Laika eine wichtige Eigenschaft zu bellen. Er ist ein nordischer Hund, dem niedrige Temperaturen aufgrund seines dichten Fells nichts ausmachen.

Sonst ist die Hunderasse sehr ausgeglichen und ruhig. Außerdem besitzt er viel Ausdauer und ist
intelligent, aufmerksam und agiert selbstständig, ohne den Kontakt zu ihrem Hundebesitzer zu verlieren.

Jeder Hund der Lasse Laika besitzt eine gute Nase, mit der sie hervorragend riechen können. In der Regel, wird der Laika in Russland als Jagdhund eingesetzt, um auf unterschiedliche Wildarten, Bären und auch Wildvögel Jagd zu machen. Auch als Wachhund macht sich der Laika sehr gut.

Zu seinem Lieblingsmenschen entwickelt der Ostsibirische Laika schnell eine sehr enge Bindung. Dazu gehört, dass der Laika seinem Besitzer vollkommen vertraut. Hier brauch es viel Geduld und Ruhe bei der Erziehung und Führung, seitens des Besitzers.

Der Laika sollte schon im Welpenalter eine Sozialisierung mit anderen Hunden erfahren. Denn nur so gewöhnt er sich an andere Hunde und im Erwachsenenalter gibt es keine Probleme bei Begegnungen mit anderen Hunden.

Der Umgang mit Menschen, auch mit Kindern, ist im Allgemeinen sehr friedlich, unkompliziert und sanft.

Wissenswert! In Deutschland gibt es nur sehr wenige Züchter für Ostsibirischen Laika. Sie werden hauptsächlich in ihrer Heimat gezüchtet.

Geselligkeit des Ostsibirischen Laika

Durch seinen Jagdinstinkt kann es zu Problemen führen, wenn der Laika mit Katzen oder anderen kleinen Haustieren zusammenlebt.

In der Regel versteht sich der Laika auch mit anderen Hunden. Hier ist es nur sehr wichtig, dass er schon im Welpenalter mit anderen Hunden sozialisiert wurde. Hier sollte nur Acht darauf gegeben werden, auf unbeaufsichtigte Begegnungen. Hier kann es bei unkastrierten Hunden gleichen Geschlechts zu Problemen kommen.

Mit Kindern geht der Ostsibirische Laika sehr freundlich und sanft um. Er sieht sie als vollwertige Mitglieder einer sozialen Gruppe an, die er beschützen möchte. Für Senioren ist der Hund weniger geeignet, da ein ruhiges und inaktives Leben nichts für ihn ist.

Ostsibirischer Liaka im Rasseportrait

Der Ostsibirische Laika kann recht dickköpfig sein. Deshalb eignet er sich eher für Menschen mit Hundeerfahrung.

Erziehung und Haltung des Ostsibirischen Laika

Für unerfahrene Hundehalter, kann der Laika schon schwer zu handhaben sein. Hier braucht es ein hohes Maß an Erfahrungen mit Hunden. Daher scheitern einige Besitzer an der Erziehung, wenn der Laika ihr Ersthund ist. Von einem erfahrenen Hundebesitzer kann der Ostsibirische Laika gut erzogen werden.

Hier sollte sich der Besitzer viel und intensiv mit seinem Laika beschäftigen. Außerdem sollte ihm auch so viel Bewegung geboten werden, wie er braucht. Der Laika arbeitet aufgrund seines aufmerksamen und offenen Wesens, gern mit seinem Besitzer zusammen.

Durch seinen ausgeprägten Jagdinstinkt ist er gewohnt, ständig und ausdauernd zu arbeiten. Ihm ist es wichtig, sich frei bewegen zu können. Eine straffe Führung wird erfordert für seinen natürlichen Drang zum selbstständigen Handeln. Sein Hundebesitzer nimmt nur die Führungsrolle ein, wenn er Laika straff und gewaltlos erzogen wird.

Der Wille, Anweisungen zu folgen, hält sich aber hierbei in Grenzen. Sonst ist der Ostsibirische Laika unkompliziert, wenn er durch die Jagd oder andere sportliche Aktivitäten ausgelastet ist. Er liebt Aufgaben, die ihn körperlich und geistig beanspruchen.

Wenn der Laika nicht zur Jagd eingesetzt wird, können Hundesportarten eine gute Alternative sein. Außerdem braucht er ausgedehnte Spaziergänge, die für Abwechslung in dem Hundeleben des Laika sorgen. Hier ist zu beachten, dass der Ostsibirische Laika keine eintönigen Wiederholungen mag.

Durch seinen starken Bewegungsdrang eignet sich der ostsibirische Laika nicht für eine Etagenwohnung. Auch von einer Haltung in einem Zwinger ist eher abzusehen. Hier empfiehlt sich ein großes Grundstück, auf dem er sich frei bewegen kann. Hier macht sich eine Hundehütte als Rückzugsort, ideal.

Bei einem Grundstück sollte darauf geachtet werden, dass dies gut gesichert ist, da ein Ostsibirischer Laika sehr schlau ist und immer einen Weg nach draußen finden kann.

Pflege und Gesundheit des Ostsibirischen Laika

Der Ostsibirische Laika hat bei seinem Futter, sowie auch bei seiner Pflege sehr wenig Ansprüche. Das Fell stößt Schmutz gut ab und braucht somit nur wenig Aufwand. So reicht es, wenn der Laika zwei- bis dreimal in der Woche mit einer speziellen Hundebürste, gebürstet wird.

Nur während eines Fellwechsels im Frühling und Herbst, sollte ein Laika jeden Tag gebürstet werden, damit die ausgefallenen Haare entfernt werden. Nur selten und in absoluter Ausnahme ist eine Fellwäsche nötig.

Wenn eine Fellwäsche nötig ist, sollte dies mit einem milden Hundeshampoo geschehen. So wird der natürliche Schutzmantel auf seiner Haut nicht zu sehr strapaziert. Wie bei jedem Hund sollte regelmäßig die Augen und Ohren kontrolliert werden. Die Krallen müssen in der Regel bei genügend Auslauf nicht gekürzt werden.

Der Laika kommt aus einer kalten östlichen Region und ist somit sehr robust und weniger anfällig für Krankheiten. Eis, Schnee und Kälte machen ihm nicht aus, sondern er liebt kalte Jahreszeiten und Temperaturen.

In späteren Jahren kann der Ostsibirische Laika an einer Hüftdysplasie oder Ellenbogendysplasie leiden. Die Krankheit lässt sich aber durch eine richtige Ernährung und einem hohen Maß an Bewegung, insbesondere im Welpenalter, vorbeugen.

Im Durchschnitt erreicht der Laika ein Alter von ungefähr 12 Jahren. Einige Hunde dieser Rasse schaffen auch nicht selten ein Alter von 14 oder 15 Jahren. Dies kann er aber mit einer artgerechten Haltung und anspruchsvollen Abwechslung erreichen. Hier spielt auch eine angepasste Ernährung mit rein.

Achtung: Im Alter sollte auch der Auslauf dem Hund angepasst werden. Ältere Hunde können nicht mehr so viel laufen, wie in ihren jüngeren Jahren.
Laika im Schnee

Der Ostsibirische Laika ist bei uns nicht besonders verbreitet. Deshalb kann es unter Umständen schwierig werden, einen passenden Züchter zu finden.

Aktivitäten mit dem Ostsibirischen Laika

Der Ostsibirische Laika braucht viel Bewegung und Auslastung. Besonders empfiehlt sich, den Laika auch als Jagdhund einzusetzen oder sein Training darauf auszulegen. Hundesportarten können im Gegenzug mit dem Laika gemacht werden, eignen sich teilweise aber nur bedingt.

Der Laika legt großen Wert auf seine Eigenständigkeit. Ihm ist die Nähe zu seinem Besitzer schon wichtig, doch seine Unabhängigkeit überwiegt hier teilweise. Eine starke Gehorsamkeit oder einen ausgeprägten „will to please“ wie bei manch anderen Hunden, sollte man von dem Laika nicht erwarten. Sonst ist er sehr flink und hat einen hohen Bewegungsdrang. Dies sind gute Voraussetzungen für einen Einsatz auf dem Hundesportplatz.

Achtung: Auch Hunde müssen zunächst eine gewisse Ausdauer aufbauen, bevor sie große körperliche Anstrengungen bewältigen können. Achte deshalb darauf, Deinem Hund bei gemeinsamen Aktivitäten genügend Pausen zu gönnen.

Herkunft des Ostsibirischen Laika

Der ostsibirische Laika hat seine Heimat in Russland. Um genauer zu sein, kommt er aus Teilen Sibiriens östlich des Jenissei. Weit verbreitet ist er heute in den Bergregionen und in der Taiga von Zentral- und Ostsibirien und wird dort als Jagdhund eingesetzt. Seine Vorfahren sind Tungus, Yakut und Armur Laiki.

Insbesondere spielte die Armur Laiki in die Entwicklung des Rassestandards rein. Die erste Beschreibung der Rasse stammt vom Anfang des 20. Jahrhunderts. 1947 erreichte der Ostsibirische Laika das erste Mal den Rassestatus.

Seit den letzten 100 Jahren, hat sich die Rasse weit über ihr Ursprungsgebiet verbreitet. Mit der Verbreitung wurden seine Verwandten, der russisch-eurpäische und der westsibirische Laika als Rasse gezüchtet.

Heute finden sich im europäischen Teil Russlands und speziell in den Gegenden um Leningrad, Moskau und Smolensk seine Popularität. Auch in Skandinavien haben sich viele in den letzten Jahrzehnten viele Liebhaber und Freunde für den Ostsibirischen Laika gefunden.

Ostsibirischer Laika anschaffen: Wo finde ich einen passenden Ostsibirischen Laika

In Deutschland gibt es leider nur wenige Züchter des Ostsibirischen Laika. Außerhalb von seiner russischen Heimat ist er nur wenig bekannt.

Hier haben wir einige Ansprechpartner verlinkt, die Du für die Anschaffung eines Ostsibirischen Laikas in Betracht ziehen kannst. Bitte achte bei Deiner Suche darauf, dass der Züchter oder der Tierschutzverein seriös ist. Von Anzeigenportalen oder “Privatzüchtern” würden wir grundsätzlich abraten. Schau Dich gerne auch in Tierheimen um. Auch dort kann es den ein oder anderen Ostsibirischen Laika geben, der ein passendes Zuhause sucht.

Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) e.V.

Westfalendamm 174
44141 Dortmund

Telefon: +49 231 56 50 0 – 0
Telefax: +49 231 59 24 – 40
E-Mail: info[at]vdh[.]de
Internet: www.vdh.de

Laika-Club e.V.

Vor dem Sportplatz 5
39164 Wanzleben-Börde OT Domersleben

Telefon: 0152 04 57 94 83
E.Mail:RH-Bartles@t-online.de
Internet:www.laika-vlub.de

Weiterführende Quellen

FCI Rassestandard eines Ostsibirischen Laika (Stand 2011)

4.7/5 - (12 votes)
Fellpflege
20%
Gesundheit
80%
Intelligenz
80%
Energielevel (Bewegungsdrang)
50%
Bellverhalten
100%
Familienfreundlichkeit
90%
Kinderfreundlichkeit
90%