Islandhund im Rasseporträt: Charakter, Haltung und Pflege

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Islandhund im Schnee
Der Islandhund sieht mit seinen sanften Gesichtszügen nicht nur unglaublich freundlich aus, sondern hat insgesamt ein sehr fröhliches und sanftmütiges Wesen. Er eignet sich perfekt als Familienhund, da er die Gesellschaft von Menschen und vor allem auch von Kindern liebt. Er ist ein äußerst lebhafter, bewegungs- und kontaktfreudiger Hund, der gern viel Beschäftigung und Auslauf hat. Er ist auch unter dem Namen Isländischer Schäferhund oder Isländischer Spitz bekannt und die einzige aus Island stammende Hunderasse.

Wenn Du Dich für einen Islandhund interessierst, solltest Du vor der Anschaffung genau wissen worauf Du Dich einlässt. In diesem Artikel erhältst Du einen groben Überblick über den Charakter, die Erziehung und Pflege eines Islandhundes.

Wesen und Charakter des Islandhundes

Der Islandhund lässt sich mit den Adjektiven energiegeladen, fröhlich und freundlich perfekt beschreiben. Dies spiegelt sich auch in seinem glücklichen Gesichtsausdruck wider. Darüber hinaus ist er sehr neugierig und aufmerksam.

Er ist zudem äußerst gesellig und kontaktfreudig und genießt die Gesellschaft von Menschen. In seiner menschlichen Familie liebt es der Islandhund, im Mittelpunkt zu stehen. Allein lassen sollte man diese Hunderasse nie über einen allzu langen Zeitraum, da sie sonst sehr unglücklich werden.

Der Islandhund ist sehr agil und braucht es, gut ausgelastet zu sein. Wenn Du dafür sorgst, dass Dein Islandhund geistig und körperlich aktiv bleibt, ist er der ideale Familienhund.

Durch ihr ausgesprochen sanftes,  freundliches und gutartiges Wesen sind Islandhunde gut für den Umgang mit Kindern geeignet. Allgemein sind sie sehr menschenbezogen und hängen voller Hingabe an ihren Herrchen/Frauchen.

Sie sind willig und lernen sehr schnell. Die Erziehung sollte konsequent, jedoch ohne Härte sein, da Islandhunde sehr sensibel sind.

Obwohl der Islandhund kein Schutzhund ist, beweist er sich als zuverlässiger, aufmerksamer Wächter. Er kündigt Besucher freundlich und ohne Aggressivität durch Bellen an.

Erscheinungsbild von Islandhunden

Der Islandhund ist mit seiner maximalen Widerristhöhe von 46 cm etwas weniger als mittelgroß. Typische optische Merkmal sind die geringelte Rute und die Stehohren. Hier erfährst Du noch etwas mehr zu seinem typischen Erscheinungsbild.

Fell

Das Fell von Islandhunden besteht aus extrem dichten, wetterfesten Doppelhaar in zwei Schichten. Beide Schichten sind sehr dick, sodass dem Islandhund auch niedrige Temperaturen nichts ausmachen. Dabei gibt es zwei verschiedene Arten.

Kurzhaarig: Die Unterwolle ist dick und weich, während das Außenhaar relativ grob ist. An der Vorderseite der Läufe, am Gesicht, an der Oberseite des Kopfes und an den Ohren ist das Fell kürzer. An Brust, Hals und der Rückseite der Oberschenkel hingegen ist es länger. Die Rute des Islandhundes ist buschig und von seiner Haarlänge steht sie im Verhältnis zum restlichen Haarkleid.

Langhaarig: Die Unterwolle dick und weich und das Außenhaar relativ grob, aber länger. Auch hier ist das Haar an der Vorderseite der Läufe, am Gesicht, an der Oberseite des Kopfes und an den Ohren kürzer. Wohingegen es am Hals, hinter den Ohren, an Brust und Widerrist sowie an der Rückseite der Oberschenkel länger ist. Die Rute ist hierbei ausgesprochen buschig und auch hier steht die Haarlänge im Verhältnis zum Haarkleid.

Farbe

Die Fellfarbe von Islandhunden ist sehr vielfältig, da etliche Farben erlaubt sind. Dabei sollte dennoch stets eine Farbe vorherrschend sein. Diese vorherrschenden Farben sind:

  • unterschiedliche Schattierung von Loh – von cremefarben bis hin zu rötlichem braun
  • verschiedene Grauschattierungen
  • schokoladenbraun in verschiedenen Schattierungen
  • schwarz

Die vorherrschenden Fellfarbe wird immer von weißen Abzeichen begleitet. Häufig hat der Islandhund hellere Schattierungen an der Unterseite.

Kopf/Gesicht

Der Kopf ist kräftig und die Haut liegt straff an. Sowohl von oben als auch von der Seite betrachtet hat er eine dreieckige Form.

Die Augen sind mittelgroß und mandelförmig und in der Regel dunkelbraun. Je nach Fellfarbe können sie auch etwas heller sein. Der Ausdruck der Augen ist sehr sanft.

Die Ohren sind von mittlerer Größe und stehen aufrecht. Die Form ist dreieckig mit abgerundeten Spitzen. Außerdem sind sie sehr beweglich und reagieren extrem sensibel auf Geräusche.

Körper

Der Körper eines Islandhundes ist stark und harmonisch zur Gesamterscheinung. Die Vorder- und Hinterhand ist kräftig und muskulös. Die Pfoten sind von der Form eher oval und die Ballen gut entwickelt. Die Zehen sind gut gut gebogen und fest zusammengefügt.

Geselligkeit von Islandhunden

Islandhunde sind sehr gesellige Wesen und extrem menschenbezogen. Sie sind sanft und umgänglich mit Kindern. Insgesamt eignet sich ein Islandhund sehr gut als treuer Familienhund und integriert sich schnell als liebevolles Familienmitglied.

Auch im Umgang mit anderen Hunden und Tieren ist der Islandhund sehr verträglich. Selbst mit Pferden hat er keine Probleme und eignet sich deshalb auch besonders gut als Reitbegleithund.

Nahaufnahme eines Islandhundes

Die geselligen, menschenbezogenen Islandhunde, mit dem sanften und freundlichen Gesichtsausdruck, eignen sich perfekt als Familienhund.

Erziehung und Haltung des Islandhundes

Islandhunde sind sehr bewegunsgfreudige Wesen. Deshalb ist es sehr wichtig, dass Du täglich Zeit für lange Spaziergänge und auch zum Spielen einplanst. Sie benötigen viel Zeit, Aufmerksamkeit und Platz. Eine Stadtwohnung eignet sich deshalb eher weniger zur Haltung eines Islandhundes.

Merke: Ein Islandhund will Beschäftigung und vor allem Bewegung haben, sonst fühlt er sich nicht wohl.

Ideal zur Haltung eignet sich ein Haus mit Garten, um genügend Auslauf zu gewähren. Der Islandhund fühlt sich außerdem sehr wohl im Freien und verbringt gerne Zeit mit dem Wachen. Wichtig dabei ist ein stabiler Zaun, da die Tiere vor allem in jungen Jahren sehr abenteuerlustig und neugierig sind.

Islandhunde sind intelligente Wesen mit eisernem Willen, die sehr schnell lernen. Die Erziehung sollte konsequent durchgezogen werden. Auf Härte sollte dabei aufgrund der Sensibilität der Tiere verzichtet werden. Die Basis der richtigen Erziehung ist eine enge, vertrauensvolle und emotionale Bindung zwischen Hund und Mensch.

Ihr Temperament und ihre Freude am Wachen, machen Islandhunde zu sehr bellfreudigen Wesen. Mit der richtigen Erziehung lässt sich das aber sehr gut unter Kontrolle halten.

Mit der Erziehung sollte am besten bereits im Welpenalter begonnen werden. Dazu eignet sich eine Hundeschule sehr gut. Da Islandhunde großen Wert darauf legen, dass sie ihrem Frauen oder Herrchen gefallen, lassen sie sich sehr gut trainieren.

Tipp: Nachdem Du einen Welpen zu Dir geholt hast, solltest Du ihm circa eine Woche Zeit geben, um sich einzugewöhnen, bevor ihr gemeinsam eine Hundeschule besucht. Achte außerdem darauf, dass er vorher über alle nötigen Schutzimpfungen verfügt.

Pflege und Gesundheit des Islandhundes

Das Futter sollte dem Alter, Gewicht und Aktivitätslevel des Hundes angepasst werden. Die 3 Lebensstationen bezüglich des Alters sind Welpe, erwachsenes Alter und Senior.

Frisches, sauberes Wasser sollte dem Hund generell immer zur Verfügung stehen.

Ein Islandhund frisst gerne und auch viel. Achte darauf, dass Du hochwertiges Futter verwendest. Auf jeden Fall sollte der Getreideanteil extrem niedrig und kein Zucker oder sonstige Zusatzstoffe enthalten sein. Der Hauptbestanteil sollte immer Fleisch sein.

Da Islandhunde sehr aktiv sind, haben sie generell keine Gewichsprobleme. Wie bei anderen Hunden sollten Leckerlis dennoch nur in Maßen gegeben werden. Gut geeignet sind Kausnacks die gleichzeitig die Zähne reinigen.

Tipp: Kausnacks aus getrockneten Rinderohren oder dergleichen mögen Islandhunde nicht nur geschmacklich sehr gerne, sondern sie reinigen und pflegen zudem auch die Zähne.

Wichtig ist es die Fütterungszeiten genau einzuhalten. Während Welpen 4-5 Mahlzeiten am Tag benötigen, brauchen erwachsene Islandhunde und Senioren nur 2 Mahlzeiten pro Tag.

Hinweis: Halte Dich an genaue Fütterungszeiten.

Das robuste, wetterfeste Fell des Islandhunds, welches aus mittellangem bis langem Deckhaar und dichter Unterwolle besteht, sollte in der Regel wöchentlich gebürstet werden. So kann der Haarverlust im Haus unter Kontrolle gehalten werden.

Während des Fellwechsels, der zweimal im Jahr (immer im Frühjahr und im Herbst) stattfindet, haart der Islandhund besonders stark. In dieser Zeit sollte er täglich gebürstet werden. Dieser Fellwechsel kann 4-8 Wochen dauern. Im Frühjahr ist es meist extremer, weil dann das schwere Winterfell abgestreift wird.

Gut zu wissen: Der Fellwechsel ist für die Tiere nicht weniger belastend als für den Besitzer oder die Besitzerin. Durch den Fellwechsel wird der Stoffwechsel stark in Anspruch genommen, weshalb die Hunde in dieser Zeit oft stressanfälliger sind.

Das tägliche Bürsten sorgt dafür, dass die Haare bereits vor dem Ausfall entsorgt werden können und somit weniger Fell auf dem Boden landet. Darüber hinaus hilfst Du, Verfilzungen und Verknotungen rauszubürsten und vorzubeugen. Außerdem wird durch das Bürsten die Haut besser durchblutet und lässt Deinen vierbeinigen Freund zur Ruhe kommen und entspannen.

Tipp: Wenn Du bereits im Welpenalter mit dem Bürsten anfängst, gewöhnt sich Dein Vierbeiner daran und lernt dabei eine Weile ruhig zu bleiben.

Wie bei anderen Hunderassen sollten auch beim Islandhund die Krallen regelmäßig geschnitten werden, um Schmerzen zu vermeiden. Darüber hinaus sollten die Augen und Ohren regelmäßig gereinigt und kontrolliert werden, um Infektionen vorzubeugen.

Insgesamt sind Islandhunde sehr gesunde und robuste Hunde und wenig anfällig für Krankheiten. Im zunehmenden Alter treten allerdings häufiger Probleme an Gelenken und Hüfte auf.

Hinweis: Für ein langes und gesundes Leben sind regelmäßige Besuche beim Tierarzt unumgänglich.

Aktivitäten mit dem Islandhund

Aufgrund ihrer lebhaften Art brauchen Islandhunde reichlich Bewegung und Beschäftigung.

Es ist wichtig, dass Du regelmäßig lange und ausgiebige Spaziergänge mit Deinem Islandhund einplanst. Islandhunde sind keine Jagdhunde, weshalb Du auch guten Gewissens mal die Leine weglassen kannst, damit der Vierbeiner sich ordentlich austoben kann.

Allgemein erfeut sich ein Islandhund sehr an Outdoor-Aktivitäten. Auch für lange Wanderungen ist er ein toller Begleiter. Auch Reisen sind mit Islandhunden in der Regel kein Problem.

Aufgrund ihrer großen Freude an Bewegung und ihrer Geschicklichkeit sind Hundesportarten optimal für diese Hunderasse geeignet. Du könntest beispielsweise gemeinsam mit Deinem Islandhund an einer Rallye teilnehmen. Auch Agility ist sehr passend für Islandhunde.

Agility: Agility ist eine Hundesportart, bei der der Hund, innerhalb einer vorgegebenen Zeit, einen Parcours, der aus mehreren Hindernissen besteht, überwinden muss.
Allgemein kannst Du einen Islandhund, mit seiner verspielten Art, auch sehr für Spielzeuge begeistern.

Herkunft des Islandhundes

Islandhunde sind die einzige Hunderasse, die aus Island stammt. Es handelt sich dabei um die Nachfahren der Hunde, die vor über 1000 Jahren von den Wikingern mit nach Island gebracht wurden. Die ehemalige Jagdhundrasse, dient dort seit Jahrhunderten als Treib- und Hütehund auf Bauernhöfen.

Aufgrund der relativ niedrigen Durchschnittstemperaturen in Island, ist der Islandhund sehr kälteunempfindlich und deshalb auch winterhart.

In den letzten Jahrzehnten wurden Islandhunde auch in anderen Ländern immer beliebter.

Wusstest Du, dass Islandhunde zu den beliebtesten nationalen Symbolen Islands gehören?

1972 wurde die Rasse auch von der FCI anerkannt.

Islandhund Video

Die Rasse, das Aussehen und der Charakter eines Islandhundes werden in diesem Video genauer unter die Lupe genommen.

Islandhund anschaffen: Wo finde ich einen passenden Islandhund

Hier haben wir einige Ansprechpartner verlinkt, die Du für die Anschaffung eines Islandhundes in Betracht ziehen kannst. Bitte achte bei Deiner Suche darauf, dass der Züchter oder der Tierschutzverein seriös ist. Von Anzeigenportalen oder “Privatzüchtern” würden wir grundsätzlich abraten. Schau Dich gerne auch in Tierheimen um. Auch dort kann es den ein oder anderen Islandhund geben, der noch ein liebevolles Zuhause sucht.

Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) e.V.

Westfalendamm 174
44141 Dortmund
Tel: 0 231 56 50 0 – 0
Fax: 0 231 59 24 – 40
Internet: www.vdh.de

 

Bei den folgenden Vereinen erhältst Du eine Liste aller Züchter für diese Rasse:

Deutscher Club für Nordische Hunde e.V.

Büroservice Zeimetz
Dortebachstraße 11
56759 Kaisersesch
Tel: 0 26 53 91 45 54
Internet: www.dcnh.de

Welpenvermittlung

Ursula Meyer
Dorfstr. 29
41372 Niederkrüchten
Tel: 0 21 63 5 75 16 44

Notvermittlung

Rolf Hewelcke
Neuhofsiedlung 10
16515 Hohenbruch
Tel: 03 30 51 2 53 96
Fax: 03 30 51 2 53 96

Weiterführende Quellen

FCI Rassenstandard

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