Cavalier King Charles Spaniel im Rasseporträt: Charakter, Haltung und Pflege

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Blendheimer Cavalier King Charles Spaniel
Ein Kavalier durch und durch! Er ist zuvorkommend, klein, zahm und wuschelig. Damit ist er der perfekte Hund für Hunde-Anfänger. Er ist ein loyaler, anpassungsfähiger und ruhiges Wesen. Der Cavalier King Charles Spaniel liebt Menschen und kann sehr gut mit Kinder. Hauptsache der Kleine bekommt genug Liebe und wird regelmäßig geschmust
Wer über die Anschaffung eines Cavalier King Charles Spaniel nachdenkt, sollte trotz seines süßen Aussehens wissen, worauf er sich einlässt. In diesem Ratgeber geben wir Dir einen Überblick über Charakter, Haltung und Pflege des Cavalier King Charles Spaniel.

Wesen und Charakter des Cavalier King Charles Spaniel

Die Persönlichkeit des Cavaliers verzaubert einen schnell. Er ist überaus verschmust und sehr anhänglich. Darum sollten tägliche Kuscheleinheiten eingeplant werden, um ihn das zu geben, was er braucht. Denn auch er ist stets darum bemüht seinem Besitzer zu gefallen. Die Cavalier King Charles Spaniels sind sehr aufgeweckte und fröhliche Hunde, die einem mit ihrem Wesen immer wieder zum Lächeln bringen.

Ihr ruhiges und unauffälliges Wesen kombiniert mit dem unwiderstehlichen Aussehen macht ihm zum perfekten Hund für junge Familien oder als Wegbegleiter für ältere Menschen. Seine Größe und Gewicht machen ihn überaus handlich, womit beispielsweise Besuche beim Arzt erleichtert werden.

Robinroter Cavalier King Charles Spaniel

Der Cavalier King Charles Spaniel ist ein ausgeglichener Hund, der sich gut mit seiner Familie und Artgenossen versteht.

Geselligkeit von Cavalier King Charles Spaniel

Mit anderen Hunderassen versteht sich der Cavalier King Charles Spaniel in der Regel gut und macht so mit keine Schwierigkeiten unterwegs. Zum Glück, denn er liebt ausgiebige Spaziergänge. Kämpfe oder ähnliche Situationen gehen meist nicht von einem Cavalier King Charles Spaniel aus. Er geht Streitereien lieber aus dem Weg.

Er zeigt kein nervöses oder aggressives Verhalten. Zudem neigt er auch nicht zum Bellen und ist Fremden gegenüber zu freundlich. Aus diesen Gründen ist er kein guter Wachhund, aber dafür ein umso besseres Familienmitglied.

Sie können sich an den Lebensrhythmus eines Rentners gewöhnen, haben aber mit einem abwechslungsreichen und dynamischen Leben mit kleinen Kindern ebenso wenige Probleme.
Die anhänglichen und menschenbezogene Hunde mögen es ungern alleine zu sein. Das Allein-sein sollte früh trainiert werden. Allerdings solltest Du dennoch darauf schauen das, dass Allein-sein nicht zum Alltag wird.

Tipp: Selbst Menschen, die nicht als Hundefreund gelten, werden mit einem Cavalier klarkommen und sie sicherlich ins Herz schließen

Erziehung und Haltung des Cavalier King Charles Spaniel

Die fröhlichen und sanften Cavaliere brauchen eine liebevolle Erziehung. Die Erziehung selber wird nicht sehr schwierig sein, da die Kleinen sehr neugierig sind und schnell dazu lernen. Es macht ihnen Spaß Neues zu lernen und sich mit ihren Herrchen zu beschäftigen.

Damit ist die Erziehung eher ein Vergnügen als eine harte Arbeit. Ermutigendes Zureden und ständiges Loben führt zu einer guten Erziehung. Konsequentes Durchgreifen und eine Welpenschule sollte dabei nie vergessen werden.

Wie bei den meisten Hunden sollte früh mit der Erziehung und der Sozialisierung angefangen werden. Gewöhnt ein Hund sich schon in jungen Jahren daran offen und freundlich mit anderen Hunden oder Menschen umzugehen, erleichtert dies den Alltag ungemein.

Die kleinen und relativ anspruchslosen Cavaliere benötigen keine riesige Wohnung oder Eigenheim. Sie fühlen sich auch in einer kleinen Wohnung wohl, solange sie genug an die frische Luft kommen.

Nicht zu vergessen: Egal mit welchen Hundeblick Du angeschaut wirst, ein konsequentes Verhalten darf nicht vernachlässigt werden!

Pflege und Gesundheit des Cavalier King Charles Spaniel

Das lange und seidige Fell des Cavalier King Charles Spaniels benötigt zwangsläufig eine regelmäßige Pflege. King Charles Spaniel besitzen ein dichtes und weiches Unterfell, das sie dem schlechten Wetter aus ihrer Heimat, dem Vereinigten Königreich, schützen soll. Darum sollte das tägliche Bürsten nicht vernachlässigt werden, damit das wunderschöne Fell nicht an Glanz verliert oder verfilzt. Besonders die Pfoten und die Ohren müssen sorgfältig gepflegt werden.

Wusstest Du schon, dass Verfilzungen ziemlich schmerzhaft werden und sogar Entzündungen hervorrufen können? Vor allem zwischen den Pfoten können Verfilzungen ernsthaften Schaden anrichten!

Um Verfilzung zu vermeiden, ist tägliche Pflege notwendig, die sehr zeitintensiv sein kann. Cavaliers haaren trotz des langen Fells nicht allzu sehr. Sie benötigen kein besonderes Trimmen oder Rasieren. Es wird sogar bevorzugt und empfohlen, das Fell natürlich zu halten, auch wenn manche Menschen die Pfoten aus Sauberkeitsgründen trimmen.

Obwohl der Cavalier heute weltweit verbreitet ist, stammt er von einer kleinen Anzahl an Cavalieren ab. Diese Hunde sind als Ausgangspunkte zu sehen und in den meisten Ahnentafeln wieder zu finden. Durch den kleinen Zuchtpool sind natürlich auch Probleme entstanden, mit denen sich heutzutage noch Züchter auseinandersetzen müssen.

Cavalier King Charles Spaniel mit Tricolour Fellfarbe

Da der Genpool des Cavalier King Charles Spaniels sehr klein ist, neigt die Rasse zu vielen Erbkrankheiten.

Eine der einfachsten Erkrankungen des Cavalier King Charles Spaniel ist die Mitralklappeninsuffizienz, eine Herzkrankheit bei der die Segelklappen schwach oder degeneriert sind. Das Herz wird dadurch überbelastet und es kann zu einer Schädigung bzw. unnatürlichen Vergrößerung des Herzens kommen.

Manche Spaniels leiden auch unter erblichen Augenerkrankungen, die Untersuchung in Deutschland ist allerdings nicht verpflichtend und somit auch relativ hier unbekannt. Jedoch das Dry Eye Syndrom ist in Deutschland anerkannt. Diese Autoimmunkrankheit lässt Augen erröten und entzünden und ist oftmals von einer Bindehautentzündung begleitet. Die Tränendrüsen werden somit langsam zerstört, da sich der Körper gegen sich selbst richtet. Das Auge trocknet aus und wird chronisch gereizt.

Betroffene Hunde versuchen deshalb an alle möglichen Gegenständen ihre Augen zu reiben, um den Schmerz zu entgehen. Das einzige das hilft ist ein “Tränenersatz”, der durch Immunsuppressiva und Augentropfen abgedeckt wird. Da es sich hierbei um eine autoimmune Erbkrankheit handelt, die auf ein Defekt im Gen zurückzuführen ist, tritt in den meisten Fällen eine weitere Krankheit auf – das Curly Coat Syndrom.

Das Syndrom ist von Geburt an sichtbar, da das Fell der Welpen stark gelockt ist. Im Alter entwickelt der betroffene Hund eine schuppende, entzündete und fettige Haut. Die armen Hunde leiden und großen Schmerzen, da auch Zähne und Zahnfleisch betroffen sein können.

Bei vielen Kleinhunderassen kann eine Patellaluxation (PL) auftreten. Das bedeutet die Verlagerung der Kniescheibe aus ihrer Position im Oberschenkelknochen. Das selbstständige Herausspringen der Kniescheibe führt zu höllischen Schmerzen und kann zu Unbeweglichkeit des Hundes führen – ähnlich wie bei uns Menschen.

Eine jahrzehntelang nicht anerkannte Krankheit ist die Syringomyelie, auch das “Kratz-Syndrom” genannt. Es handelt sich hierbei um eine neurologische Erkrankung, da der Hinterhautknochen zu klein ist. Dadurch hat das Gehirn nicht genügend Hohlraum und die Gehirnflüssigkeit wird in den Wirbelsäulenstrang gepresst, wodurch eine Aussackung (Syrinx) entsteht.

Menschen mit dieser Erkrankung beschreiben ein “Phantom-Krabbeln”, als ob Insekten über die Haut huschten oder ein wahnsinniges Brennen. Betroffene Hunde reagieren ebenso. Anfang kratzen sie sporadisch im weiteren Verlauf der Krankheit kann es jedoch dazu kommen, dass sie ohne Grund “aufschreien”. Die Anzeichen können im Alter von sechs Monaten bis zum Alter von 3 Jahre auftreten.

Eine weitere Erbkrankheit, die auch bei anderen Hunderassen auftaucht, ist das Episodic Falling Syndrom. Die Hunde leiden unter Gleichgewichtsverlust, einem steifen und staksigen Gang, Beinkrämpfe, einen gekrümmten Rücken und Probleme beim Aufstehen. Es ist möglich sich auf diese Krankheit testen zu lassen, da man entweder frei, Träger oder Erkrankter sein kann.

Hier findest Du eine Übersicht von Hunden die krankheitsanfällig sind und eine über die gesündesten Hunderassen.

Aktivitäten mit dem Cavalier King Charles Spaniel

Ein Cavalier King Charles Spaniel liebt lange Spaziergänge und mit seinem Herrchen frische Luft zu schnuppern. Allerdings braucht er nicht allzu viel Auslauf, was ihn eben ideal auch für ältere Menschen macht. Spaniels brauchen im Gegensatz zu einem Husky oder anderen Schlittenhund kaum Auslauf, aber die lebensfrohen Racker freuen sich über jede Minute, in der sie herumtollen können.

Cavalier King Charles Spaniel Blendheim Fellfarbe

Cavalier King Charles Spaniel verfügen über ein moderates Energielevel und lassen sich leicht auspowern.

Ihr moderates Aktivitätslevel macht sie perfekt für eine mittel aktive Familie, die gerne Spazieren geht und bei der Spaß an der frischen Luft zum Alltag gehört. Sie freuen sich über kleine Übungen wie Apportieren oder Agility. Werden sie dafür liebevoll belohnt machen sie sich auch bei einer Begleithundeprüfungen hervorragend. Bei nicht zu langen und schnellen Joggingrunde, ist der Cavalier King Charles Spaniel auch gerne dabei.

Außerdem liebt er es wie die meisten Spaniels im Sommer im Wasser zu plantschen. Er ist also ein toller Begleiter für Draußen, hat Spaß an der Bewegung, macht keine Probleme mit andern Hunde, ist ruhig, anhänglich, läuft nicht weg und lernt gerne neue Freunde kennen.

Herkunft des Cavalier King Charles Spaniel

Die kleinen Cavalier King Charles Spaniel waren schon vor Jahrhunderten beim englischen Adel beliebt. Es wird vermutet, dass sie schon auf die Zeit von König Charles I & II (1600-1649) zurückgehen. Die Hunde sind auf unzähligen Gemälden zu sehen, gerne mit den Kindern von Charles, was beweist, dass sie damals schon diesen unwiderstehlichen Charakter hatten.

Beide Könige hatten großen Einfluss auf das Ansehen der Hunderasse, da sie immer in Begleitung der Kleinen zu sehen waren. Den weiblichen Adel verzauberten die Süßen auf mehrere Arten, sie waren einerseits Abwechslung im langweiligen Hof-Alltag oder wärmten andererseits die Damen in den oft feucht kalten Gemäuern.

1892 wurden die King Charles Spaniels (ohne Cavalier) das erste Mal in einem Zuchtbuch des britischen Kennel Zucht Clubs genannt. Sie wurden damals mit dem Merkmal einer kleinen Nase eingetragen. Man nimmt an, dies lag an einer Kreuzung mit dem japanischen Chin. Queen Mary I bestieg 1689 den Thron und bevorzugte kurznasige Rassen wie den Mops oder den Chin, daher die Vermutung.

Auf den Gemälden aus der Zeit des Königs Charles, sind die Cavaliere allerdings mit langen Nasen zu sehen. 1926 setzte ein Amerikaner namens Roswell Eldridge sich in Kopf die ursprüngliche Rasse mit langen Nasen wieder zu reproduzieren. Der stellte ein hohes Preisgeld zu Verfügung, mit einem heutigen Wert von circa 2500 Euro.

Die Züchter, die sich damals an das Projekt wagen, wurden von viele Kollegen belächelt. Nach ungefähr drei Jahren gelang es de Züchtern die neue/alte Rasse mit der langen Nase wieder herzustellen.

Ursprünglich hieß die Hunderasse King Charles Spaniel. Die Hunderasse mit der längeren Nasen wurde dann in Cavalier King Charles Spaniel umbenannt. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die königlichen Truppen des Charles im englischen Bürgerkrieg 1642 als Cavaliers bezeichnet wurden. Deshalb erhielt die neue Rasse den Zusatz Cavalier. Dies ist nötig gewesen, um eine deutliche Unterscheidung hervorzuheben, da die neue Rasse immer noch von vielen Züchtern missbilligt wurde.

Folgen

Die sechs Gründungshunde gelten als Urväter und -mütter. Durch sie entstand der heutige Cavalier King Charles Spaniel. Bei einem so kleinen Genpool, ist es kein Wunder, das sich mehrere Erbkrankheiten bemerkbar machen. Wenn in kurzer Zeit eine hohe Nachfrage besteht, wird jeder verfügbare Hund genutzt, um sich zu vermehren. So wird weder auf die Eignung von beiden Hunden noch auf vorhandene Krankheiten geschaut. Dies führt zu unzähligen kranken Hunden oder zu Trägern von Krankheiten.

Verhalten sich die Züchter nicht entsprechend seriös und schauen nicht auf die Gesundheit der Tiere, sondern nur auf die Reinheit wird sich die Rasse nie erholen und von dem Vorwurf einer Qualzucht nicht fortkommen.

Weitere Folgen solcher Züchtungen findest Du in diesem Video.

Tipp: Ab Minute 11 geht es um die Cavaliere, allerdings solltest Du Dir das ganze Video anschauen Dich vollständig zu informieren und ein besser Einblick in die Hunde(über)zucht zu bekommen.

Cavalier King Charles Spaniel anschaffen: Wo finde ich ein passenden Cavalier King Charles Spaniel?

Hier haben wir einige Ansprechpartner verlinkt, die Du für die Anschaffung eines Cavalier King Charles Spaniel in Betracht ziehen kannst. Bitte achte bei Deiner Suche darauf, dass der Züchter oder der Tierschutzverein seriös ist. Von Anzeigenportalen oder “Privatzüchtern” würden wir grundsätzlich abraten. Schau Dich gerne auch in Tierheimen um. Auch dort kann es den ein oder anderen Cavalier King Charles Spaniel geben, der ein passendes Zuhause sucht.

Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) e.v.
Westfalendamm 174
44141 Dortmund

Tel. +49 231 56500-0
Fax +49 231 5924-40
Email: info@vdh.de
Internet: https://www.vdh.de/home/

Cavalier-King-Charles-Spaniel Club Deutschland e.V.
Markus Kirschbaum
Am Schankhaus 1
51580 Reichshof- Erdingen

Tel. +49 22 97 / 90 999 42
Email: mkirschbaum@web.de
Internet: https://ccd-cavaliere.de/

Weiterführende Quellen

FCI Rassenstandard eines Cavalier King Charles Spaniel (Stand: 2009)

Checkliste vor der Anschaffung eines Hundes

Tipps zur Anmeldung eines Hundes

Informationen zur Hundesteuer

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