Basenji im Rasseporträt: Charakter, Haltung und Pflege

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Basenji
Äußerlich gleicht er einem Hund, innerlich einer Katze. Im zentralafrikanischen Busch lernte der Basenji, gemeinsam mit dem Menschen zu überleben – völlig unterordnen wollte er sich jedoch nie. Seinen Verstand musste er stets einsetzen und eigenständig Entscheidungen treffen. Diese hohe Intelligenz und Unabhängigkeit zeichnet ihn bis heute aus.

Wusstest Du, dass Basenjis nicht bellen können? Einige sagen, sie würden jodeln, lachen oder singen. In unserem Ratgeber findest Du alles, was Du noch über diese einzigartige Hunderasse wissen solltest. Neben der spannenden Ursprungsgeschichte erfährst Du alles rund um eine gute Erziehung, Haltung und Pflege des Basenjis.

Wesen und Charakter des Basenji

Die Geschichte des Basenjis zeichnet sich im Wesen wieder. Er ist unabhängig und etwas eigensinnig. Bekannten Situationen tritt er selbstbewusst gegenüber. Scheu kann er dem Fremden gegenüber sein. Er ist aber sehr unternehmungslustig und erkundet gerne Neues.

Die Basenjis, auch Kongo-Terrier genannt, sind sehr liebevoll und mögen es, von ihrem Rudel umgeben zu sein. Im eigenen Zuhause sind sie sehr ruhig und meist gelassen. Aufgrund ihrer hohen Intelligenz mögen sie es auch, geistig gefördert zu werden. Sie lieben es, viel zu laufen und zu jagen. Dann sind sie kaum noch zu bremsen.

Basenjis können kleine Dickköpfe sein und wenn sie eine Aufgabe für unsinnig halten, könnten sie diese verweigern. Konsequenz und Ausdauer sind im Umgang mit dieser Rasse oftmals gefragt. Aufgrund der hohen Selbstständigkeit und da sie sich nicht unterordnen möchten, werden die freundlichen Hunde oft mit Katzen verglichen.

Basenjis haben ein aufmerksames Wesen.

Geselligkeit des Basenji

Der Kongo-Terrier wird ungern allein gelassen, da er es mag, sein soziales Rudel um sich zu haben. Er versteht sich am besten mit anderen Basenjis, aber auch mit anderen Hunderassen kann er umgehen, wenn ihm der gute Umgang im Welpenalter beigebracht wird. Bei einer frühen Sozialisierung kann er auch an Katzen gewöhnt werden. Dies erleichtert auch den Umgang mit Artgenossen.

Der Basenji möchte mit Respekt behandelt werden. Daher könnte ein Zusammenleben mit Kleinkindern schwierig werden. Je älter die Kinder sind und desto mehr sie schon über Hundeführung gelernt haben, desto einfacher gestaltet sich eine friedliche Atmosphäre. Du solltest den Basenji dennoch lieber nicht völlig ohne Aufsicht mit den Kindern spielen lassen.

Mit Senioren kann er gut umgehen, da er es mag, jemanden um sich zu haben. Es könnte jedoch schwierig für einige ältere Menschen sein, dem Bewegungsdrang das Basenjis gerecht zu werden.

Erziehung und Haltung des Basenji

Basenjis sind oft eigenwillig. Daher solltest Du, wenn möglich, schon etwas Erfahrung bei der Erziehung von Hunden mitbringen. Diese kleinen Dickköpfe können eine Herausforderung darstellen. Auch genügend Geduld ist wichtig.

Du solltest unbedingt eine gute und enge Bindung zu Deinem Basenji aufbauen. Das erleichtert die Erziehung maßgeblich. Gearbeitet sollte primär mit positiver Verstärkung (Streicheleinheit, Leckerlies). So klappen die Grundkommandos.

Hinweis: Der Besuch einer Hundeschule kann sich durchaus als hilfreich erweisen. Ideal wäre es, wenn ein Trainer schon Erfahrung mit dieser Hunderasse hat.

Ein Basenji wird wahrscheinlich kaum blinden Gehorsam zeigen. Damit solltest zurechtkommen können. Dies zeigt sich auch bei der Abrufbarkeit im Freien. Ist er auf ein mögliches Beutetier fixiert, ist es sehr schwer, ihn zurückzurufen. Daher wird das Tragen einer Leine empfohlen.

Ein Basenji kann sowohl in einer Wohnung, als auch in einem großen Haus mit Garten leben. Je kleiner das Zuhause ist, desto mehr Beschäftigung benötigt der Basenji. Wenn Du in einer kleinen Stadtwohnung lebst, musst Du diesen Hund also täglich ausgiebig beschäftigen.

Wohler fühlt sich dieser Hund, wenn ihm ein Garten zur Verfügung steht, da er gerne auch eine Wach-Aufgabe übernimmt und etwas erkunden kann. Achte aber darauf, dass er nicht über oder unter dem Zaun hindurch Ausbruchsversuche startet. Eine regelmäßige Kontrolle auf gegrabene Löcher in der Nähe des Zauns ist daher sinnvoll.

Auch freut sich der Kongo-Terrier, wenn er bei einem Urlaub in der Natur dabei sein darf. Er liebt es, Neues zu erkunden und würde gern viel Wandern.

Wenn es Dir nicht möglich ist, den Hund bei Deiner nächsten Reise mitzunehmen, dann solltest Du ihn in vertrauensvolle Hände geben. Den Hundesitter sollte er bestmöglich zuvor schon einmal kennen gelernt und Vertrauen zu diesem aufgebaut haben.

Pflege und Gesundheit des Basenji

Basenjis benötigen bei der Pflege keinen großen Aufwand. Hier kommt wieder eine Parallele zum katzenartigen Verhalten zum Tragen. Diese Hunderasse ist sehr reinlich und sorgt sich um ihre Sauberkeit. Sie verlieren wenig Haare und riechen nicht so stark.

Es ist in der Regel völlig ausreichend diesen Hund einmal wöchentlich zu bürsten. Dabei können auch die Ohren auf Infektionen oder ähnliche Unregelmäßigkeiten hin untersucht werden.

Das kurze glatte Fell des aus Afrika stammenden Hundes ist nicht für kalte Winter geschaffen. Daher kann es nötig sein, dass der Basenji eine Winterjacke und kleine Schühchen benötigt, um nicht zu frieren. Vermeintlich niedliche Outfits, die eigentlich ausschließlich dem Besitzer selbst Freude bereiten sollen, werden nicht empfohlen.

Bei zu hoher Kalorienzufuhr können Basenjis schnell viel zunehmen. Übergewicht sollte selbstverständlich vermieden werden. Qualitatives Nass- und Trockenfutter ist daher sinnvoll. Es sollte einen hohen Fleischanteil aufweisen. Getreide sollte es nicht oder nur kaum enthalten.

Auch ist die sogenannte BARF-Fütterungsmethode möglich, bei der auf frisches Fleisch und etwas Gemüse gesetzt wird.

Sollte Dein Basenji doch einige Pfunde zu viel auf die Waage bringen, kannst Du das Gewicht durch regelmäßiges Wiegen überprüfen. Auf Leckerlies sollte verzichtet werden und die Portionen vielleicht etwas kleiner gewählt werden.

Kauartikel (wie getrocknete Rinderohren) sind auch gut geeignet, um das Kaubedürfnis Deines Basenjis zu befriedigen. Selbstverständlich sollte dem Basenji immer frisches und sauberes Wasser zur Verfügung stehen.

Hinweis: Der Basenji ist aufgrund seiner Vergangenheit ein innerlicher Kämpfer und daher robust. Durch die teilweise einseitige Züchtung haben sich einige Erbkrankheiten in einige Linien eingeschlichen. Gute Züchter achten darauf, diese zu unterbinden und nicht weiterzugeben.

Bekannt ist die Rasse dafür, an dem Fanconi-Syndrom zu erkranken. Die Niere kann dabei wichtige Nährstoffe oder Elektrolyte nicht mehr gewinnen. Der betroffene Hund scheidet diese dann aus. Basenjis erkranken an dieser Krankheit in einem Alter von vier bis acht Jahren. Ein Indiz für das Vorhandensein des Fanconi-Syndrom ist vermehrtes Trinken. Diese Krankheit muss behandelt werden.

Auch kann diese Rasse öfter an Magen-Darm-Erkrankungen leiden. Ein Basenji kann ein erhöhtes Risiko dafür haben, verschiedene Augenkrankheiten zu bekommen und einen Leistenbruch zu erleiden.

Aktivitäten mit dem Basenji

Diese Hunde lieben es, sich viel zu bewegen und zu jagen. Daher sollten sie meist angeleint (zum Beispiel an einer Flexi- oder Schleppleine) bleiben. Eine entsprechende Erziehung kann dabei helfen, dass sie auf das Wort hören und nicht so sehr zum Streunen neigen.

Basenjis sind gerne etwa zwei Stunden am Tag unterwegs. Am liebsten halten sie sich in der Natur auf. Sie sind daher gute Begleiter bei sportlichen Aktivitäten. Du kannst Deinen Basenji also beim Joggen, Fahrradfahren oder Inline-Skaten mitnehmen. Dabei kann er sich auspowern.

Gehorsamkeitsübungen machen vielen Vertretern dieser Rasse wenig Spaß. Auch Spiele, in denen sie keinen Sinn sehen, könnten die intelligenten Hunde verweigern. Jeder Basenji ist natürlich etwas anders und mag unterschiedliche Dinge. Daher kann Nichts von vornherein ausgeschlossen werden.

Hinweis: Die schnellen Jagdhunde können viel Spaß am Coursing haben. Dabei verfolgen die Vierbeiner einer mechanisch betriebenen Hasenatrappe oder einem anderen Köder auf einer Laufbahn.

Herkunft des Basenji

Es gibt relativ wenige Aufzeichnungen über die genauen Ursprünge dieser einzigartigen Hunderasse. Grund dafür ist, dass es diese Hunderasse schon tausende Jahre gibt. Der Basenji zählt zu den ältesten noch existierenden Hunderassen.

Sogar in alten ägyptischen Wand-Dekorationen sind Tiere mit spitz-zulaufenden Ohren und geringeltem Schwanz zu finden, die dieser Rasse sehr ähneln. Es wird angenommen, dass es sich bei diesen Darstellungen um einen direkten Vorfahren handelt.

Somit hat der Basenji seinen Ursprung im afrikanischen Raum. Der Basenji wird auch als “Kongo Terrier” bezeichnet, da er in Zentralafrika beheimatet ist. Er hat gelernt, dass er gut mit Menschen in der Symbiose leben kann. Beide Partner können also von der Beziehung profitieren. Forschungsreisende konnten im 19. Jahrhunderts vielfach beobachten, dass diese Hunde mit den Pygmäen zusammen gelebt haben.

Info: Unter dem Begriff Pygmäen werden verschiedene afrikanische Volksgruppen zusammengefasst. Sie haben ein Leben als Jäger und Sammler.

Die Hunde halten sich in der Nähe der Dorfgemeinschaften auf. Speziell gezüchtet wurden sie nicht.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde diese Hunderasse nach England eingeführt und dort erstmalig gezielt gezüchtet. Von der britischen Insel verbreitete sich diese Hunderasse in Europa.

Auch in Deutschland ist diese Rasse angekommen. Der 1. Basenji Klub Deutschland von 1977 e.V. wurde von einigen Liebhabern dieser Rasse ins Leben gerufen. 1992 wurde der er ins Vereinsregister aufgenommen und ist seitdem ein Mitglied des Verbandes für das Deutsche Hundewesen (VDH). Jedoch sind Basenjis noch keine etablierte Hunderasse in Deutschland.

Der 1. Basenji Klub Deutschland von 1977 e.V. listet nur etwa 20 Züchter deutschlandweit auf.

Basenji anschaffen: Wo finde ich einen passenden Basenji?

Um einen Basenji zu finden, gibt es verschiedene Anlaufstellen, die wir Dir kurz erläutern wollen.

Züchter

Diese Hunderasse ist noch relativ selten in Deutschland verbreitet. Daher gibt es wenige Anlaufstellen. Einen Überblick über Züchter in Deutschland verschafft der 1. Basenji Klub Deutschland von 1977 e.V. hier. Ein Basenji-Welpe kostet etwa 1.200 Euro.

Bei dem Punkt Pflege und Gesundheit des Basenjis wurde schon erklärt, warum die Auswahl eines seriösen Züchters von so großer Bedeutsamkeit ist. Die meisten guten Züchter sind einem Hundeverein angeschlossen. Er sollte es Dir erlauben, die Kinderstube Deines künftigen Schützlings zu besuchen und alle Deine Fragen zu beantworten.

Ein gutes Zeichen ist es auch, wenn der Züchter Dir Fragen stellt und Tipps gibt, um sicherzugehen, dass das Tier in ein liebevolles Zuhause kommt. Bei dem Besuch kannst Du Dir auch einen Überblick über die Elterntiere verschaffen.

Einen Welpen solltest Du frühestens nach acht Wochen mit nach Hause nehmen.

Tierheim und Tierschutz-Organisationen

Wenn Du nicht unbedingt einen quirligen Welpen haben möchtest, kannst Du mit Glück einem älteren Basenji ein neues Zuhause geben. Mit etwas Glück findest Du einen reinrassigen Hund. Aber auch Mischlinge können sehr niedlich sein und passen dann vielleicht sogar noch besser zu Deinen Vorstellungen eines tierischen Begleiters.

Die Organisationen geben Dir oftmals Informationen über das Tier und dessen Vergangenheit. Es könnte schon etwas Schlimmes durchgemacht haben. Daher ist es wichtig, so viel wie möglich zu erfahren. Aber auch liebevolle und unkomplizierte Hunde können abgegeben werden.

Hier sind mögliche Anlaufstellen:

Online gibt es die Tiervermittlung.de. Diese ist wie eine Datenbank und stellt eine Übersicht auch zu vermittelnden Tieren aus Tierheimen oder Pflegestellen, aber auch von Privatpersonen zusammen.

Der gemeinnützige Verein TSE Tierschutz europaweit e.V. hilft bei der Vermittlung von Tieren in Europa. Auf der Website werden auch erfolgreich vermittelte Basenjis vorgestellt. So kannst Du Dir einen Überblick verschaffen, aus welchen Gründen die Tiere abgegeben wurden.

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