Appenzeller Sennenhund im Rasseporträt: Charakter, Haltung & Pflege

Rassenübersicht
Appenzeller Sennenhund
Arbeitstüchtig, intelligent und treu, das ist der Appenzeller Sennenhund! Von Hundefans wird diese Rasse hochgeschätzt – und das auch zurecht! Denn der Appenzeller Sennenhund ist ein optimaler Treib- und Hütehund. Auch als Familienhund macht der Appenzeller eine tolle Figur.

Wer sich für einen Appenzeller Sennenhund interessiert, sollte wissen, worauf er sich einlässt. Im Folgendem werden wir Dir Informationen zum Verhalten, Charakter und der Haltung der schönen Rasse geben.

Wesen & Charakter des Appenzeller Sennenhundes

Dieser flinke Kumpane ist am liebsten immer in Bewegung! Seine hohe Ausdauer kommt ihm vor allem beim Hüten und Treiben zugute. Darin ist er auch ein echter Profi. Eine große Herde von 200 Tieren zusammenzutreiben, stellt für den Appenzeller Sennenhund kein Problem dar. Der Appenzeller Sennenhund möchte am liebsten immer eine sinnvolle Aufgabe haben. Faul herumliegen ist nichts für ihn! Ein hoher Beschäftigungsdrang und Arbeitswille zeichnen die tolle Rasse aus.

Doch er kann nicht nur Schafen und Kühen gute Gesellschaft leisten, auch wenn es um das Familienleben geht, strotzt der Appenzeller nur so von hervorragenden Eigenschaften. Er bindet sich treu an seine Bezugspersonen, schützt die Familie zuverlässig und ist ein toller Spielkamerad für Menschen jeden Alters.

Aufgetragene Aufgaben führt die Rasse stets gewissenhaft durch. Auch im alltäglichen Leben ist der Appenzeller Sennenhund zuverlässig gegenüber Herrchen & Frauchen.

Für sportbewusste Menschen, die ein treues Familienmitglied suchen, welches im Notfall auch sehr beschützend sein kann, ist der Appenzeller Sennenhund ideal.

Achtung: Der Appenzeller Sennenhund neigt zum Bellen, wenn er das Gefühl hat, sein Haus oder seine Familie beschützen zu müssen.

Geselligkeit des Appenzeller Sennenhundes

Der Appenzeller Sennenhund kann sich großartig in eine Familie mit Kindern einfügen. Er bindet sich gerne an seine Menschen und kann auch gut mit Kindern umgehen. Er genießt den Kontakt zu Menschen jeden Alters und eignet sich sowohl für große Familien als auch als Begleithund für Senioren. Fremden tritt er eher misstrauisch gegenüber.

Andere Tiere sind kein Problem für den Appenzeller Sennenhund. Aufgrund seiner ursprünglichen Aufgabe als Hütehund stellen auch Nutztiere kein Problem dar. Hunde dieser Rasse und Katzen können ebenfalls zusammen gehalten werden.

Appenzeller Sennenhund Geselligkeit

Erziehung & Haltung vom Appenzeller Sennenhund

Appenzeller Sennenhunde sind aufgrund ihrer starken Auffassungsaufgabe schnelle Lerner. Sie sind sehr lernwillig und möchten ständig gefordert werden. In ihrer Erziehung müssen jedoch eine gewisse Strenge und Konsequenz herrschen, damit Dein Hund nicht aus der Reihe tanzt.

Generell lassen sich Appenzeller aber durch ihre Gehorsamkeit und der Wille, etwas zu tun, gut erziehen. Sie sind sehr selbstsicher, was sich optimal eignet, um die Rasse als Wach- und Hütehund einzusetzen. Die hohe Intelligenz erlaubt es den Appenzeller Sennenhunden schnell und gerne Tricks und Kommandos zu lernen und diese später auch gerne umzusetzen.

Appenzeller Sennenhund Erziehung

Rassetypisch ist das laute und helle Bellen, welches bereits im frühen Alter abtrainiert werden sollte, falls es unerwünscht ist. Der Appenzeller Welpe sollte im besten Fall eine Hundeschule besuchen, um sozialisiert zu werden und um andere Hunde kennenzulernen.

Die wichtigsten Zutaten für ein harmonisches Zusammenleben zwischen Hund und Mensch sind Geduld, gegenseitiges Vertrauen und Freude aneinander. Wenn Du diese drei Dinge in die Welpenerziehung einfließen lässt, kann sich nur ein toller und gehorsamer Appenzeller Sennenhund entwickeln!

Der Appenzeller Sennenhund ist nichts für gemütliche Personen, denn er mag es actionreich! Am besten geht es ihm, wenn er eine Aufgabe hat. Beispielsweise einen Hof zum Bewachen oder Kühe oder Schafe zum Treiben und Hüten. Deshalb sollte er immer genügend Auslauf haben, ein großer Garten wäre ideal.

Pflege & Gesundheit des Appenzeller Sennenhundes

Das dichte und robuste Fell der Appenzeller Sennenhunde schützt die Hunde vor Kälte. Das Stockhaar bedarf eines sehr geringen Pflegeaufwands und bringt viele Vorteile mit sich: Regen perlt ab und Wasser lässt sich schnell abschütteln, somit ist der Hund schnell wieder trocken. Auch Schmutz lässt sich auf dem glatten Fell ganz einfach abwischen.

Alle paar Wochen sollte das Fell durchgebürstet werden, um den Glanz und die Schutzfunktion zu unterstützen. Während des Fellwechsels solltest Du öfters zur Bürste greifen, um Deinen Appenzeller Sennenhund von losem Fell zu befreien.

Tipp: Die Ohren und Augen sollten (wie bei jedem Hund) in regelmäßigen Abständen gereinigt und überprüft werden.

Appenzeller Sennenhunde sind in der Regel unproblematische Fresser und fressen, was ihnen angeboten wird. Sie haben einen sehr großen Appetit, weshalb Hunde dieser Rasse 2 Mal am Tag gefüttert werden sollten. Dazwischen sollte kein voller Napf für den Hund zugänglich sein. Ob das richtige Futter für Deinen Appenzeller Trockenfutter, Nassfutter oder Barf ist, sollte an den persönlichen Anforderungen und Bedürfnisse des individuellen Hundes festgemacht werden. Besonders gern mögen die Hunde Futter mit hohem Fleischanteil.

Wichtig zu wissen ist, dass diese Rasse schnell zu Übergewicht neigt. Besonders im Alter sollte auf ein gesundes Gewicht geachtet werden, da ein zu hohes Gewicht die Gelenke und Knochen Deines Hundes unnötig belastet.

Rassespezifische Krankheiten beim Appenzeller Sennenhunde sind Hüft- und Kniedysplasien und erblich bedingt Augenkrankheiten wie Grauer Star. Auch Hautkrankheiten und -tumore können vorkommen.

Da viele verantwortungslose Züchter Appenzeller Sennenhunde aus derselben Familie miteinander kreuzen, kommt es zur Verringerung der Lebenserwartung und körperlichen sowie mentalen Einschränkungen. Deshalb ist es unheimlich wichtig, dass Du von seriösen Züchtern kaufst, welche Dir den Stammbaum vorlegen und Elterntiere zeigen können!

Gesunde Appenzeller Sennenhunde können bis zu 15 Jahre alt werden. Das Durchschnittsalter liegt bei 12-14 Jahren.

Aktivitäten mit dem Appenzeller Sennenhund

Die Energiebündel benötigen sehr viel Bewegung und Beschäftigung, um ausgelastet zu sein. In jedem Fall benötigt diese energievolle Rasse ausreichend Auslauf und Zeitvertreib, körperlich sowie mental. Appenzeller Sennenhunde sind keine Stubenhocker! Tägliche Spaziergänge und genug Denkspiele sollten an der Tagesordnung stehen. Da diese Rasse sehr flink und stets motiviert ist, eignet sie sich auch für Hundesport. Optimal wäre eine alltägliche Aufgabe für den Sennenhund, beispielsweise das Zusammentreiben von Schafen oder Kühen.

Mögliche Beschäftigungen mit dem Appenzeller Sennenhund sind:

  • Ausbildung zum Lawinenhund
  • Agility
  • Obedience
  • Turnierhundesport
  • Professionelles Dummy-Training
  • Ausbildung zum Rettungshund
  • Joggen & lange Wanderungen
  • Suchspiele
  • Denkspiele
  • Apportieren
  • Mantrailing
  • Einsatz als Treib- & Hütehund

Appenzeller Sennenhund Aktivität

Herkunft & Geschichte des Appenzeller Sennenhundes

Obwohl bereits gegen 1900 erste Rassemerkmale notiert wurde, ist der Appenzeller Sennenhund in seiner Heimat nicht mehr allzu oft anzutreffen.

Die genaue Herkunft konnte bisher noch nicht eindeutig festgestellt werden. Jedoch wird vermutet, dass seine Vorgänger, römische Kriegshunde, durch die Kreuzzüge der Römer in die Schweizer Alpen gelangten. Die Bauern im Appenzeller Land fanden Gefallen an den gebrauchstüchtigen Hunden und entschieden sich, diesen auf ihren Bauernhöfen zu halten und weiterzuzüchten.

Der Schweizer Forstmeister Max Sieber reichte gegen 1900 die ersten Rassekennzeichen der Rasse ein. Auch international begannen die Appenzeller Hunde bekannter zu werden: 1898 wurden bei einer internationalen Hundeausstellung erstmals acht Appenzeller Sennenhunde präsentiert, welche unter die Kategorie der Sennenhunde eingeordnet wurde.

Appenzeller Sennenhund Herkunft

Im Jahre 1906 wurde der Appenzeller Sennenhunde Club gegründet. Der Gründer dieses Clubs, Kynologe Prof. Albert Heim, legte 1906 den ersten gültigen Rassestandard fest. Der FCI erkannte den Appenzeller Sennenhund als eine eigenständige, gültige Rasse an und wird seither in der Gruppe 2 („Pinscher & Schnauzer, Molossoide & Schweizer Sennehunde“) aufgeführt. Die Untergruppe „Schweizer Sennenhunde“ wird neben dem Appenzeller Sennenhund durch den Berner Sennenhund, den Entlebucher Sennenhund und den Großen Schweizer Sennenhund ergänzt.

Wusstest Du, dass der Appenzeller Sennenhund vom Aussterben bedroht ist? Wegen seiner geringen Zuchtbasis gibt es immer weniger eingetragenen Nachwuchs, was die Schweizer Stiftung ProSpecieRara ändern und somit den Appenzeller Sennenhund retten will.

Appenzeller Sennenhund anschaffen: Wo finde ich einen passenden Appenzeller Sennenhund?

Hier haben wir einige Ansprechpartner verlinkt, die Du für die Anschaffung eines Appenzeller Sennenhundes in Betracht ziehen kannst. Bitte achte bei Deiner Suche darauf, dass der Züchter oder der Tierschutzverein seriös ist. Von Anzeigenportalen oder “Privatzüchtern” würden wir grundsätzlich abraten. Schau Dich gerne auch in Tierheimen um. Auch dort kann es den ein oder anderen Appenzeller geben, der ein passendes Zuhause sucht.

VdH – Züchterliste

Westfalendamm 174
44141 Dortmund

Telefon: +49 231 56 50 0 – 0
Telefax: +49 231 59 24 – 40
E-Mail: info@vdh.de

www.vdh.de

Schweizer Sennenhund-Verein für Deutschland e.V.

Ewald Müller
Sauerbornsweg 2
56357 Buch

Tel: 0 67 72 9 64 49 97
Fax: 0 67 72 9 64 49 95

Appenzeller Sennenhunde Gemeinschaft e.V.

Melanie Schmidt
Mail: info@asg-appenzeller-ev.de

Weiterführende Quellen

FCI Rassestandard des Appenzeller Sennenhunds (Stand 2003)

 

5/5 - (1 vote)
Fellpflege
25%
Gesundheit
55%
Intelligenz
90%
Energielevel (Bewegungsdrang)
90%
Bellverhalten
100%
Familienfreundlichkeit
89%
Kinderfreundlichkeit
60%