Wie sehen Hunde? Wissenswertes über Hundeaugen

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Wie Hunde sehen

Hast Du Dich schon einmal gefragt, warum Dein Hund sich mit diesem roten Ball immer so blöd anstellt, wenn Du ihn etwas weiter geworfen hast? Seinen treuen Freund zu verstehen, würde nicht nur das Spielen spaßiger für Euch beide machen, sondern auch das Training effektiver gestalten.

Um die Hunde allerdings richtig zu verstehen, muss man wissen, wie sie funktionieren. Aus diesem Grund haben wir uns im Folgenden mit ihren Augen und ihrer Sicht beschäftigt, um zukünftiges Hundeverhalten besser einschätzen zu können.

Das Wichtigste in Kürze

  • Hunde sehen weniger Farben als wir Menschen.
  • Ihre Sicht ist ihren Bedürfnissen angepasst, so sehen sie Dinge, die sich bewegen einfach besser.
  • Durch einen „Film“ im Auge können einige Hunde in der Dämmerung immer noch gut sehen.
  • Blinde Hunde führen im selben Umfeld wie Sehende genau so ein schönes Leben.

Wie ist das Auge eines Hundes aufgebaut?

Die Netzhaut ist der lichtempfindlichste Teil des Auges. Diese Struktur befindet sich auf der Rückseite der Innenseite des Augapfels. Die Netzhaut enthält zwei Arten von lichtempfindlichen Zellen: Stäbchen und Zapfen. Zapfen sorgen für die Farbwahrnehmung und die Detailsicht, während Stäbchen die Bewegung und die Sicht bei schwachem Licht erfassen.

Beim Menschen sind etwa 5 % Zapfen vorhanden und beim Hund etwa 2 %. Daraus können wir schon erste Schlüsse ziehen: da Hunde einen geringeren Anteil von Zapfen als wir Menschen haben, kann man bereits einen Unterschied in der Farbwahrnehmung erahnen.

Hunde sind sogenannte Makrosmatiker (Großriecher) und somit verfügen sie über einen nicht so guten Sehsinn. In ihrer Wahrnehmung konzentrieren sie sich also auf andere Sinne.

Wie und was sehen Hunde?

Dass Menschen- und Hundeaugen sich unterscheiden, hat seinen Grund. Wir Menschen haben andere Bedürfnisse als Hunde.

Die Farben

Der Hund nimmt ein Farbspektrum von Blau, Gelb und Grau wahr. Somit kann er die Farben Grün, Gelb, Orange und Rot nicht gut voneinander unterscheiden. Hunde sehen also dichromatisch, während wir Menschen trichromatisch sehen und ein erweitertes Farbspektrum wahrnehmen können.

Das ist zum Beispiel bei der Anwendung und Nutzung Spielzeug interessant, zu wissen. Hunde verlassen sich nicht ausschließlich auf ihre Sicht, sondern auch auf ihren Geruchssinn, Helligkeit und die Textur und Position des Objekts. Mit dem Einsatz von blauem Spielzeug kann man die Orientierung des Hundes verbessern und seinen Spaß am Spielen steigern.

Das Sichtfeld

Das Sichtfeld des Hundes wird durch die Position der Augen am Kopf bestimmt. Es ist also bei unterschiedlichen Rassen aufgrund ihrer Anatomie verschieden.

Wir Menschen haben ein Gesichtsfeld von etwa 200° Grad, während der Hund im Durchschnitt etwa 220° Grad sehen kann. Gesichtsfeld oder auch Sichtfeld bedeutet beschreibt den Bereich, den wir auf einmal sehen können.

Die Bewegungen

Hunde sehen einen Gegenstand erst bei einem Abstand von etwa 0,5 Meter wirklich scharf. Ein Objekt, das wir Menschen mühelos auf 30 Meter Entfernung sehen können, nimmt der Hund ohne Bewegung erst ab circa 6 Meter wahr.

Zwar ist die Sehschärfe beim Hund geringer, aber dafür ist diese viel mehr auf die Bewegung optimiert. Hunde sehen bewegte Objekte viel besser als starre, unbewegte Objekte. Wenn Du also still auf einem Feld stehst, dann wird Dein Hund Dich nicht gut sehen können. Erst durch Deine Bewegung oder durch Deinen Geruch oder Deine Stimme wird Dich Dein Hund besser wahrnehmen.

In der Dämmerung

Das Tapetum Lucidum dient den Hunden und auch anderen Tieren als Restlichtverstärker, wie wir es von Nachtsichtkameras kennen. Bei einigen Hunde ist dieses Lucidum im Auge vorhanden. Das dürfte die Augen Deines Vierbeiners auf Bildern auch grün leuchten lassen. Wenn die Augen nicht grün leuchten, dann kann es sein, dass Dein Hund dieses Tapetum Lucidum nicht hat. Auch bei sehr hellen Hunden und Huskys mit sehr blauen Augen kann es sein, dass es nicht vorhanden ist.

Hunde spielen mit einer orangen Frisbee

Ein blaues Spielzeug würde den spielenden Hunden die Orientierung erleichtern, da sie Farben wie Rot, Orange und Grün nur schwer voneinander unterscheiden können.

Trivia: Was Du noch zum Thema Hund und ihre Augen wissen solltest

Nachfolgend haben wir noch einige interessante Fakten zusammengetragen.

Häufige Augenerkrankungen bei Hunden

Hier folgt eine kleine Aufzählung, mit Verweis auf den ausführlichen Bericht des Bundesverbandes für Tiergesundheit e.V.

  • Bindehautentzündung (Konjunktivitis)
  • Grauem und Grünem Star
  • Hängelid
  • Roll-Lid
  • Linsenloslösung
  • Collie Augen Anomalie
  • Netzhautdysplasie
Wichtig! Wenn Dir die Augen oder Augenpartien Deines Hundes komisch vorkommen, raten wir Dir, Dich sofort mit einem Tierarzt in Verbindung zu setzen und diesen aufzusuchen. Er wird eine genaue Diagnose stellen können.

Hier werden Dir alle Erkrankungen vom Bundesverband für Tiergesundheit e.V. aufgelistet und genauer erklärt.

Können Hunde fernsehen?

Generell ist es so, dass Hunde Fernsehen können. Allerdings reagieren sie in den meisten Fällen nur auf ihnen bekannte Bewegungen oder Geräusche. Wenn Du zum Beispiel ein Video abspielst, auf dem Du mit Deinem Hund spielst, wird Dein Vierbeiner mit seiner Aufmerksamkeit ganz dabei sein, weil er Deine Stimme und Deine Bewegungen wiedererkennt.

Hunden und eigentlich auch allen anderen Säugetieren sind optische Informationen relativ egal, weswegen ihre Aufmerksamkeit schnell wieder auf etwas in der realen Welt gezogen wird.

Können blinde Hunde trotzdem glücklich sein?

Da Hunde sich am wenigsten auf ihre Sicht konzentrieren, sondern hauptsächlich ihrem Geruch und ihrem Instinkt vertrauen, geht es ihnen nicht schlechter als sehenden Hunden. In einer gewohnten und liebenden Umgebung fühlen sie sich wohl und kennen sich genauso gut aus, wie ein Hund mit heilen, funktionierenden Augen.

Den Tieren ist selten wichtig, was sie sehen und riechen oder spüren, solange sie sich wohl und geborgen fühlen. Ihnen sind die Gefühle und Emotionen um sie herum am wichtigsten. Aus diesem Grund wird Dein Hund, ob blind oder nicht, immer spüren, wenn es Dir einmal nicht so gut geht oder es Dir besonders gut geht. So wie es Dir geht, so geht es in den meisten Fällen auch Deinem vierbeinigen Freund.

Fazit

Nun ist Dir klar, dass Dein Freund sich nicht blöd anstellt, wenn er zum wiederholten Mal an dem roten Ball vorbeigelaufen ist.
Du weißt, wie Du ihm in Zukunft helfen kannst, sich besser orientieren zu können oder einfach mehr Spaß zu haben. Im Training, aber auch beim Gassigehen, wird Dir dieses Wissen sicherlich weiterhelfen.

Weiterführende Links und Recherchequellen

Falls Dich das Thema noch etwas mehr interessiert, findest Du hier noch weitere Quellen:

Bundesverband für Tiergesundheit e.V.
Max-Plank-Gesellschaft
Tapetum Lucidum erklärt von Anicura
Leben mit blinden Hunden
Panasonic Experience: Fernsehen als Hund

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